Hohenerxleben/Staßfurt. Es gab viel Streit im Vorfeld, sogar Gegner, die das neue Bürgerhaus ganz streichen wollten. Jetzt kann niemand mehr daran rütteln. Für den Bau des Hauses auf der Hohenerxlebener Festwiese schwangen sich gestern der Staßfurter Oberbürgermeister René Zok und Ortsbürgermeister Sven Wagner nacheinander in den Bagger. Vertreter des Borner Architektenbüros und des Baubetriebs aus Staßfurt hatten die Bauherren dazu ermuntert, die Spaten wieder in die Ecke zu stellen. Die beiden OBs kamen ganz gut zurecht mit den Steuerknüppeln und hätten am liebsten die Baugrube gleich selbst ausgehoben. Doch das bleibt den Fachleuten überlassen. Den Bauleuten gibt die Planung bis November Zeit.

"Das hat wohl kaum noch jemand für möglich gehalten, dass hier noch was passiert", meinte Oberbürgermeister Zok. Und ohne Planungsvorlauf und Fördermittel wäre es angesichts der klammen Kassen auch nicht möglich gewesen. "Danke an die Bürger und Vereine, die an ihrem Wunsch hartnäckig dranblieben", wandte er sich an die Hohenerxlebener, die recht zahlreich den symbolischen ersten Spatenstich verfolgten. Unter ihnen Vertreter der Schützengilde und des Heimat- und Kulturvereins.

Sein Amtskollege richtete ebenfalls seinen Dank "an die Bürger, die uns Mut gemacht haben. Das Bürgerhaus wird unsere Bürger und Vereine noch mehr zusammenschweißen." Auch die Verwaltung lobte Sven Wagner, sie sei von Anfang an beim Leader-Förderprogramm dabei gewesen.

"Ein Glücksfall" nannte er das Projekt noch, von dem auch Firmen der Region profitieren werden. Den Rohbau fertigt eine Baufirma aus Staßfurt, das Dach decken Förderstedter. Fünf Ausschreibungen für den Innenausbau erfolgen dieser Tage noch.

Insgesamt 460 000 Euro soll das Objekt kosten, in dem als größte Räume ein Saal, ein Luftgewehrschießstand und der Jugendclub Platz finden werden. 250 000 Euro von der Gesamtsumme kommen als Fördermittel vom Amt für Land- wirtschaft, Flurneuordnung und Forsten. Der Abriss des alten Bürgerhauses kostet extra.

Den Einzug kaum erwarten kann Christel Radtke. Die Chefin der einheimischen Schützengilde reiht sich ein in die Organisatoren der ersten Weih- nachtsfeiern. "Und im Januar gibt‘s dann hier hoffentlich das erste Bratwurstschießen", lädt sie schonmal ein.