Staßfurt (dw). "Der Kunstunterricht ist das Fach, in dem die Schüler kreativ, schöpferisch und selbstbewusst gestalten können", sagt Christiane Vesper. Die Lehrerin muss es wissen. Sie unterrichtet das Fach am Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasium. Alle Formen der Kunst – von der Malerei bis zum plastischen Gestalten – finden deshalb auch Aufnahme in den Lehrplan. Die Mädchen und Jungen, so Vesper, erlebten im gestalterischen Werken eine Entwicklung. Persönlichkeitskompetenzen würden geschult.

Im Unterricht geht es auch um die Theorie und um Kunstgeschichte – altersgerecht differenziert. Aus diesem Grund fördere das Fach auch die Allgemeinbildung. "Und nicht zuletzt entstehen kleine Kunstwerke mit großer Aussagekraft", sagt die Lehrerin. Grund genug für das Gymnasium, einige Schülerarbeiten aus den Oberstufenklassen im Museum zu zeigen. Die Sonderausstellung, eine von insgesamt vier Schauen, wird morgen um 10.30 Uhr im Museumskeller feierlich eröffnet. Werke aus den Bereichen Malerei, Plastik, Schrift, Grafik und Design können dann von den Besuchern bestaunt werden. "Wir wollen damit einen Einblick in das vielfältige Spektrum des Kunstunterrichts an unserer Schule geben." Die Ausstellung des Gymnasiums durchzieht das diesjährige Jubiläum 100 Jahre gymnasiale Bildung in Staßfurt wie ein roter Faden. Sie trägt deshalb auch den Namen "Geschichtliches und Kreatives". Teil der Schau ist der Kalender, der mit der Unterstützung des Schulfördervereins am Gymnasium entstanden ist, und die Bildungseinrichtung in historischen Ansichten oder gemalt zeigt.

Dass man in jedem Alter, auch fernab der Schule, Zugang überzeugend zur Kunst finden kann, beweist die Ausstellung "Familien Art" von Rainer Diemel und Adelheid Schulze-Diemel. Die Hobbymalerin zeigt eigene Bilder und Topferkunst, entstanden seit den 80er Jahren. Rainer Diemel fing 2007 an, Plastiken zu schaffen. "Das Malen lag mir nicht so", sagt der Hobbykünstler und schmunzelt, wenn er von den Kursen mit Borchu Bawaa berichtet. Ideen für seine Bildhauerarbeiten findet er überall, dementsprechend vielfältig sind die Motive, die er gestaltet. Besonders ist jedoch das Material seiner Werke. Es ist Gasbeton. Robust wie dieser sind auch die Werkzeuge, die Rainer Diemel benutzt. Sägen und Feilen gehören dazu. Dabei entstehen vielfältige, mal mehr mal weniger filigrane Figuren wie die "Blüte" oder der "Akrobat mit Ball".

Zu sehen sind die Werke ebenfalls ab Sonntag im Stadt- und Bergbaumuseum.

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