Egeln (ner). Noch immer sorgt die letzte Kreistagssitzung in der Egelner Mulde für erhitze Gemüter. Nicht nur, dass sich die Abgeordneten des Kreistages in Staßfurt gegen den Notarzt in Egeln aussprachen und die Umverteilung der Mittel für die Brandschutzmaßnahmen im Gebäude II des Gymnasiums beschlossen haben, auch Äußerungen, die bei dieser Sitzung gefallen sind, missfallen. "Was da von der Dezernentin Stephan gesagt wurde, ging teilweise unter die Gürtellinie und war beleidigend vor allem für die Ärzte, die am Notarztstandort in Egeln ihrer Tätigkeit nachgehen. Ich habe dabei ein wenig das Regiepult des Landrates und des Versammlungsleiters vermisst", sagte Peter Fries, Vorsitzender des Verbandsgemeinderates auf der letzten Sitzung am Dienstagabend. Immer mehr häufen sich, so Fries, die Anzeichen, dass der Landrat bei der Verantwortung für die Region Egelner Mulde kneift.

"Wenn der Landrat sich öffentlicher Diskussionen entzieht, ist das für mich Führungsschwäche. Für uns war diese Sitzung eine kalte Dusche, bei der wir erfahren haben, in welcher Ecke wir stehen. Wir haben dort keine Lobby", so Fries enttäuscht.

"Diese Art und Weise war wirklich unter der Gürtellinie, die die Dezernentin dort abgeliefert hat. Sie hat ja so getan, als ob nur ein Arzt von der Schließung des Notarztstandortes betroffen wäre. Es kam ja die Aussage, dass der betroffene Arzt in Schlappen zur Rettungswache laufen könne", machte auch der Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr deutlich. Wenn man so mit den Ärzten umspringe, brauche man sich eigentlich nicht mehr wundern, wenn niemand mehr aufs Land gehen wolle.

Es seien mindestens sieben Ärzte, die neben ihrer Praxisarbeit auch noch den Notarztstandort in den vergangenen Jahren besetzt und den Rettungsdienst gefahren haben. "Eine Entschuldigung für diese Äußerungen kam bisher noch nicht von Seiten des Landkreises. Eigentlich erwarte ich diese", forderte Michael Stöhr.

Peter Fries ergänzte dazu noch einmal: "Es ist uns bewusst, dass wir mit dem Landkreis und dem Landrat zusammenarbeiten müssen. Das wollen wir auch. Aber wir fordern nur eine faire Chance für unsere Region. Der Landrat ist gerne zu einer Sitzung des Rates eingeladen, um mit uns die Probleme zu erörtern.