Unlängst hatte die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) eine bundesweite Plakataktion ins Leben gerufen. Unter dem Motto "bunt statt blau" konnten Jugendliche kreativ Stellung zum Thema Alkoholmissbrauch nehmen. Das Siegerplakat des Landes Sachsen-Anhalt stammt aus Staßfurt. Drei Schülerinnen des Dr. Frank Gymnasiums haben den ersten Platz belegt und ziehen nun in das Bundesfinale ein.

Staßfurt. Eine Wodka-Flasche, mehrfach von einer Kette umschlungen, verriegelt mit einem Schloss. Ein ausgekippter Becher liegt daneben. In ein anderes Gefäß fällt der dazugehörige Schlüssel – Wahrlich, ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Unter dem Motto " Alkoholmissbrauch einen Riegel vorschieben", nahmen Tanja Eisfeld, Meike Nestorowicz und Sandra Nordmann Stellung zum Thema Komasaufen. Es ist "uncool". So lautet das eindeutige Statement der Schülerinnen. Mit ihrem Plakat setzen die Mädchen ein kreatives Zeichen. Hierfür erhalten sie und weitere 17 Schüler nächsten Donnerstag, am 27. Mai, eine Auszeichnung. Bei der offiziellen Eröffnung der Fotoausstellung "bunt statt blau" (14 Uhr, DRK Bodestraße 35) werden die besten Plakate prämiert. Das Bild der drei Schülerinnen ist sogar als bestes des Landeswettbewerbes hervorgegangen. "Es wird automatisch in den Bundeswettbewerb einziehen", teilte der Leiter des DAK-Servicezentrums des Salzlandkreises, Andreas Umlauf, mit. Dort wird es den kritischen Augen der Jury vorgelegt. Zu ihr gehören neben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, auch die drei Musikerinnen der Band "Monrose".

80 Klinikbehandlungen nach Alkoholmissbrauch

Hintergrund zur initiierten Aktion "bunt statt blau" ist der dramatische Anstieg der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen. So mussten 2008 allein im Salzlandkreis 80 Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung in Kliniken behandelt werden. Im Land Sachsen-Anhalt waren es mehr als 800 Fälle und bundesweit rund 25 700. Um die Krankenhauseinlieferungen zu reduzieren, sei es wichtig, im Schulunterricht verstärkt über Alkoholmissbrauch zu sprechen, betont die Drogenbeauftragte, die zugleich Schirmherrin der Aktion ist.

"Wir wollen nicht den Zeigefinger gegen das Trinken erheben, sondern zur Diskussion anregen. Zum Beispiel über den eigenen Umgang mit Alkohol im Alltag", erklärt Andreas Umlauf. Aus diesem Grund holte Andreas Umlauf die bundesweite Fotoausstellung nach Staßfurt. In der Zeit vom 27. Mai bis zum 2. Juni werden Fotografien, die Design-Studenten aus Hamburg, Düsseldorf und Berlin angefertigt haben, ausgestellt. Zusätzlich werden Zitate von Rauschtrinkern, Kinder alkoholkranker Eltern und von Persönlichkeiten wie Ernest Hemingway gezeigt.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 27. Mai findet neben der Prämierung des Plakatewettbewerbs auch ein "Fit-Check" statt. So können Interessierte in der Zeit von 10 bis 15 Uhr einen Lungenfunktionstest und eine Köperfettmessung durchführen lassen.