Jugendliche klagen, nicht ihren Traumjob zu finden. Unternehmen sucht nach geeigneten Bewerbern. Die Ausbildungsabbruchrate im Salzlandkreis ist im Vergleich zum sachenanhaltischen Landesdurchschnitt nach wie vor hoch. In Staßfurt will man dem begegnen. Die Stadt bereitet den Zukunftstag für Mädchen und Jungen vor. Am 22. April soll dieser Informationstag stattfinden.

Staßfurt. Was machen nach der Schule ? Vor dieser Fragen stehen junge Männer und Frauen nicht selten, wenn es um die eigene Berufswahl geht. Die Schulen bieten dazu viele Möglichkeiten der Berufsorientierung an. Am 22. April gibt es den Zukunftstag für Mädchen und Jungen, der den Fokus etwas anders setzen will. Auch die Stadt Staßfurt beteiligt sich. " Mädchen und Jungen erhalten Einblicke in verschiedene Berufe, die geeignet sind, das traditionelle, geschlechterspezifisch geprägte Spektrum möglicher Berufe zu erweitern ", sagt Christian Schüler, Wirtschaftsförderer der Stadt Staßfurt. Nur ein Beispiel : Jungen sollen die Chance bekommen, in den Pflege- oder Gesundheitsbereich zu schnuppern. Mädchen erobern typische Männerberufe. Am Zukunftstag können und sollen alle Jugendlichen ihren eigenen Blickwinkel erweitern, Begabungen, Fähigkeiten und Talente voll ausschöpfen.

Der Termin ist in der gesamten Bundesrepublik vereinheitlicht. Der Zukunftstag ist die Fortentwicklung des Girl ‘ s Day. Er richtet sich vor allem an Mädchen und Jungen der Klassen 7 bis 10.

Sachsen-Anhalt weit beteiligen sich viele Unternehmen an der Aktion. Stadtjugendpflegerin Nicole Netwall und Gleichstellungsbeauftrage Christine Fischmann suchen derzeit nach Firmen, in denen die Mädchen und Jungen den Arbeitsalltag erleben können. Im Internet auf der Homepage der Stadt ist die Sammlung veröffentlicht. " Möglich ist das Schnuppern am Arbeitsplatz der Eltern oder in anderen Bereichen ", sagt Christian Schüler. Er sieht im Projekt auch eine gute Chance für die Unternehmen, erschließen sie doch Personalressourcen für die Zukunft, festigen ihr Image in der Öffentlichkeit und stärken das Wir-Gefühl in den eigenen Reihen.

Auch die Verwaltung selbst beteiligt sich. In den städtischen Kitas in Staßfurt Sandmännchen und Bergmännchen, in der Einrichtung " Benjamin Blümchen " in Förderstedt, bei den " Teichspatzen " in Brumby oder im " Spatzennetz " Atzendorf erleben die Jugendlichen den Alltag bei der Kinderbetreuung. Die Stadtwerke sind dabei, der Eigenbetrieb Stadtpflege und auch das Ordnungsamt des Rathauses.

Interessierte Unternehmen und Schüler, die mehr über den Tag wissen möchten, können sich bei Stadtjugendpflegerin Nicole Nettwall melden. Sie ist unter der Rufnummer ( 0 39 25 ) 981 353 telefonisch zu erreichen. E-Mail : nicole. netwall @ stassfurt. de

• Antworten auf die häufigsten Fragen zum Zukunftstag für Mädchen und Jungen in Sachsen-Anhalt

• Anmeldung zu Angeboten : Für ein Angebot zum Zukunftstag melden sich Schüler direkt bei dem Unternehmen oder der Einrichtung an.

• Schulbefreiung : Um in Sachsen-Anhalt beim Zukunftstag mitmachen zu können, brauchen Schüler eine Schulbefreiung von der Schule. Wenn die Mädchen und Jungen noch nicht 18 Jahre alt sind, müssen die Erziehungsberechtigten dies für die Teilnehmer ausfüllen. Einen Vordruck so einer Schulbefreiung findest man für Mädchen auf www. girls-day. de und für Jungen auf www. neuewege-fuer-jungs. de. Wenn die Mädchen und Jungen diese Schulbefreiung für den Tag haben, gilt die Veranstaltung für sie als außerschulisches Bildungsangebot.

• Versicherungsschutz : In Sachsen-Anhalt sind Schüler dann versichert, wenn sie oder ihre Erziehungsberechtigten bei der Schule einen Freistellungsantrag gestellt haben und dieser durch die Schule genehmigt wurde. In diesem Fall ist das Angebot, für das sich die Schüler angemeldet haben, ein außerschulisches Bildungsangebot.

• Zukunftstag für Mädchen und Jungen : Der Zukunftstag für Mädchen und Jungen findet in Sachsen-Anhalt an jedem vierten Donnerstag im April statt. In ganz Deutschland gibt es diesen Tag, meist unter dem Namen Girls ` Day. Die Besonderheit in Sachsen-Anhalt ist, dass hier auch Jungen mitmachen dürfen. Der Tag ist dazu gedacht, dass Schülerinnen und Schüler für ein paar Stunden ein Berufsfeld entdecken können, dass für sie als Junge oder als Mädchen sehr untypisch ist, das heißt von anderen Jungen oder Mädchen in der Vergangenheit nur sehr selten gewählt wurde. Gerade in solchen Berufen werden Nachwuchskräfte besonders gesucht und man hat gute Chancen, in der Zukunft einen Beruf zu finden. Bei Mädchen sind das besonders die technischen, handwerklichen oder mathematisch-naturwissenschaftlichen Berufe. Für Jungen sind an diesem Tag vor allem soziale, pflegerische, Verwaltungsoder Dienstleitungsberufe geeignet.