Der Countdown zur Landesgartenschau läuft. Gestern führten Oberbürgermeister Andreas Michelmann und die beiden LAGA-Geschäftsführer Jürgen Herzog und Erhard Skupch Medienvertreter schon einmal über die fünf Innenstadtflächen, auf denen 300 Bäume und 66 000 Stauden gepflanzt wurden. Morgen geht es offiziell los.

Aschersleben. Vor dem neuen Bildungszentrum " Bestehornpark " wird noch schnell der Rasen gemäht, in der Herrenbreite werden an Pavillon und Bühne noch die letzten Schrauben festgedreht, die Aussteller bauen schon einmal ihre Gartenprodukte auf. Noch weht ein eisiger Wind zum Sonnenschein, doch am Wochenende soll es wärmer werden. Morgen um 9 Uhr öffnet die Landesgartenschau 2010 ihre Pforten. Seit 2006 haben die Ascherslebener offiziell auf dieses Ereignis hingearbeitet. Das Kernteam um Oberbürgermeister Andreas Michelmann und Jürgen Herzog, einen der beiden LAGA-Geschäftsführer, hat bereits 1998 / 99 die ersten Ideen gesponnen – und bis heute weiterverfolgt.

Die Verknüpfung der Internationalen Bauausstellung ( IBA ) und Landesgartenschau war

Grundlage der Konzepte und der Fördermittel. " Es macht uns schon stolz, dass wir das alles geschafft haben ", sagt OB Michelmann gegenüber der Volksstimme am Rande der gestrigen Besichtigung der fünf Flächen im Innenstadtbereich mit rund 30 Medienvertretern. Es habe zwar auch einige Tiefpunkte gegeben, die man bewältigt habe. Neben den großen gebe es auch " viele kleine Helden ", die mit ihren Anstrengungen zum positiven Bild beigetragen hätten, das die Stadt Aschersleben jetzt abgebe. Gemeint ist hier nicht allein das bürgerschaftliche Engagement, das in den vergangenen Monaten durch den Förderverein zur LAGA gebündelt worden ist.

Denn nicht nur die im Rahmen der beiden Großprojekte LAGA und IBA direkt gestalteten Flächen, auch das gesamte Umfeld, die ganze Stadt hat einen kräftigen Schub bekommen. Viele private Eigentümer haben sich motivieren lassen und präsentieren ihre Häuser " nebenan " jetzt ebenfalls in neuem Glanz. Eins davon ist sogar zum Domizil eines zusätzlichen LAGA-Projekts, nämlich des Kirchgartens, geworden.

Es gebe auch Gegenbeispiele, wenn auch wenige, erklärt das Stadtoberhaupt und deutet auf die ehemalige Poliklinik, die sich in LAGA-Sichtweite mit zerbrochenen Fensterscheiben präsentiert. Ansonsten bietet die Landesgartenschau zwischen Herrenbreite Bestehornpark, Stadtpark und Eineufer vor allem ansprechende Einblicke : ob es die " Themengärten " oder die Staudenpromenade sind, die Eindrücke aus Landschaften dieser Erde vermitteln, die Spiellandschaft, die Stationen der persisch-moskowitischen Reise des im 17. Jahrhundert in Aschersleben geborenen Weltreisenden und Gelehrten Adam Olearius nachempfinden, oder die Spielorange in der als Freiluftterasse gestalteten Orangerie. 300 Bäume sind laut Erhard Skupch, ebenfalls LAGA-Geschäftsführer, gepflanzt worden, dazu kommen 66 000 Stauden. Besucher können auf " Blütenzeitreise " historische Pflanzen erleben. Es gibt Sitzgelegenheiten, aus denen aus eingebauten Lautsprechern Wissenswertes zur Stadtgeschichte ertönt, die Flüster-Olearien. Unter den Bäumen im Stadtpark sind Klänge einer Olearius-Symphonie zu hören. In der Pflanzenbibliothek ist das Grünzeug astronomisch geordnet. Dazu kommen Rosarium, sensorisches Labyrinth, mehrere spektakuläre Kunstobjekte, zum Beispiel ein vom Himmel gefallener Mond und der Globus als Kartoffel.

Sechs Millionen Euro kostet zusätzlich zu den 40 Millionen Investitionsmitteln die Organisation. Davon will man aber einen Löwenanteil wieder einspielen, wie Erhard Skupch versichert. 1, 2 Millionen habe man durch Sponsoren einwerben können. Hauptsponsor ist die Salzlandsparkasse. Deren Vorstandsvorsitzender Manfred Köhler weist darauf hin, dass von den größeren Sponsoren die Hälfte aus der Ascherslebener Region kommt.

Die Fördermittel von 18 Millionen Euro sieht Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens in Aschersleben gut angelegt. Das Besondere an der LAGA in Aschersleben : Sie findet in der Innenstadt statt und die Projekte kommen allesamt langfristig der Bevölkerung zugute und können nach dem 10. Oktober weiter genutzt werden, zum Beispiel von Schulen. Auch ins Kulturprogramm, tausend Veranstaltungen, wurden neben den Stars viele regionale Größen eingebunden.

Doch jetzt freut man sich in der Askanierstadt erst einmal auf die Gäste. Man hofft auf 400 000.