Mit der geschlossenen Schneidlinger Grundschule beschäftigte sich der Hecklinger Stadtrat am Dienstagabend ausführlich. Die Stadt will Geld für die dringend notwendige Dachsanierung zur Verfügung stellen, allerdings nur eine Teilsumme.

Cochstedt / Schneidlingen.

Die Sanierung der Grundschule Schneidlingen kostet nach Einschätzung eines von der Stadt bestellten Gutachters rund 140 000 Euro. Das Dach der Schule muss neu aufgebaut werden, nachdem es dort zu Verschiebungen von Bauteilen gekommen war, heißt es in einem als vertraulich eingestuften Gutachten. Ebenso muss eine Decke neu hergerichtet werden. Offenbar, so die Einschätzung des Gutachters, wurde beim Aufbau des Daches 1991 gepfuscht. Die Bauausführung weiche deutlich von der Aufgabenstellung des beauftragten Unternehmens ab, hatte der Gutachter ermittelt.

Mit diesen Fakten starteten die Stadträte in die Beratung. Es entspann sich eine hitzige Debatte über Zuständigkeiten und Versäumnisse.

Die Wählergemeinschaft Hecklingen brachte einen eigenen Antrag ein. Die Stadt sei verpflichtet, das Eigentum zu erhalten, hielt Stadtrat Klaus Riederer seinen Kollegen vor. Die Wählergemeinschaft habe sich für den Erhalt der Grundschulstandorte ausgesprochen. Eine Schließung des Hauses käme deshalb für seine Fraktion nicht in Frage und wäre für ihn Wahlbetrug.

Riederer hatte selbst Kostenschätzungen für die Dachsanierung eingeholt, sagte er weiter. Seiner Meinung nach käme die Sanierung deutlich günstiger als vom Gutachter geschätzt.

Die Wählergemeinschaft beantragte, die restlichen Mittel aus dem Konjunkturpaket, rund 42 500 Euro, die eigentlich in die Dachsanierung der Oskar-Kämmer-Schule fließen sollten, für die Grundschule zu reservieren.

Neben den Stadträten durften auch Elternvertreter etwas sagen. Die Meinung der Eltern ist dabei nicht einheitlich. Während sich Claudia Schinzel für die Schneidlinger Schule aussprach, hatte Vater Klaus-Dieter Bremer nichts gegen die Ausweichvariante in Groß Börnecke. Dort sind die Kinder seit der Evakuierung untergebracht.

Für die Cochstedter Kinder sei es egal, meinte er, ob sie nach Schneidlingen oder Groß Börnecke fahren. Mit dem Schulbus müssten die Kinder sowieso fahren.

Die meisten Eltern unterstützen aber offenbar eine Aktion, wonach der größte Teil der Mittel für die Sanierung über Spenden eingeworben werden soll ( Volksstimme berichtete ). Ein Spendenkonto bei der Stadt Hecklingen wird dazu eingerichtet. Sollte die Sanierung scheitern, sollen die Spender ihr Geld zurück erhalten, sagte ein Mitglied des Elternrates gestern.

Nach langer Diskussion entschied sich der Stadtrat am Dienstagabend, die Konjunkturmittel für die Grundschule zu reservieren. Allerdings scheiterte die Wählergemeinschaft Hecklingen mit ihrem Antrag.

Die FDP-Fraktion kam dagegen mit einem ähnlichen Antrag durch. Bei vier Enthaltungen stimmten die Stadträte zu, dass das Geld in die Schule fließen könne. Ein Zeitlimit setzten die Stadträte vorerst nicht.

Zuvor hatten die Volksvertreter leidenschaftlich darüber diskutiert, ob andere geplante Projekte zugunsten der Grundschule gestrichen werden könnten. Konkret ging es dabei um den Ausbau der Böklinger Straße in Cochstedt. Ortsbürgermeister Ulrich Dubiel sagte, dass die Bürger seit drei Jahren darauf warten. Er lasse sich nicht unterstellen, dass er dafür die Schule schließen wolle. Ingo-Peter Walde ( NPD ) entgegnete, dass für ihn die Schule wichtiger sei, als der Straßenausbau. " Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Schule geschlossen werden soll ", sagte er. Das Straßenbauprojekt wurde nicht gestrichen.