Aschersleben ( ky ). Der jährlich veranstaltete Patiententag des Darmzentrums Aschersleben zur Vorstellung der diagnostischen Untersuchungsverfahren bei Darmkrebserkrankungen fand wieder großes Interesse. Zahlreiche Besucher waren gekommen, um die Fachvorträge der für das Darmzentrum tätigen Spezialisten zu hören und auch den persönlichen Kontakt zu suchen.

Chefarzt Dr. Jan Wieland ging in seiner Eröffnungsrede auf die Entwicklung des Darmzentrums und die große Bedeutung der Vorsorgekoloskopie ( Darmspiegelung ) zum rechtzeitigen Erkennen einer Darmkrebserkrankung ein. Im Vortrag von Chefarzt Dr. Michael Böhme wurde die Koloskopie vorgestellt. Einige Besucher hatten bereits diese Untersuchung live erlebt, so dass im Anschluss Erfahrungen mitgeteilt wurden. Alle, die den Vortrag von Prof. Dr. Hans Konrad Schackert mit Spannung erwartet hatten, wurden nicht enttäuscht. Die Genanalyse des Körpers, die Möglichkeiten der Vererbung einer Krebskrankheit, die Vorsorgemaßnahmen wurden so anschaulich erklärt, dass jeder Zuhörer verstand, dass nicht nur äußere Einflüsse, sondern auch die Gene eine entscheidende Rolle bei der Darmkrebserkrankung spielen. Die Erhebung der Familienanamnese ist daher in einigen Fällen von besonderer Bedeutung.

Das Verfahren der Ultraschalluntersuchungen und das Begutachten der Ultraschallbilder wurde von Oberärztin Dr. Carola Raue an verschiedenen Beispielen erläutert. Die rektale Ultraschalldiagnostik hat Oberärztin Dipl .-Med. Kameliya Prisadova genau in ihrem Referat beschrieben. Zum Abschluss der Fachvorträge widmete sich Chefarzt Dr. Erik Czihal den CT- und MRT-Untersuchungen und stellte die Zukunft – die virtuelle Koloskopie – vor. Aufgrund einiger Schwachstellen der virtuellen Koloskopie ist und bleibt die konventionelle endoskopische Untersuchung derzeit noch der sicherste Standard in der Darmkrebs-Diagnostik.

Nach den Vorträgen wurden die offenen Türen in der Radiologie und Endoskopie von vielen Besuchern genutzt, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Die angebotenen Untersuchungen wurden gern angenommen, so dass trotz weiterer ärztlicher Verstärkung nicht alle Interessenten diesen Service in Anspruch nehmen konnten.

Unterstützt wurde der Patiententag erstmalig von der Sachsen-Anhaltischen Krebsgesellschaft.