Der Stadtrat muss sich in seiner nächsten Sitzung erneut mit dem in der Rathausstraße / Großer Markt geplanten Neubaukomplex am See beschäftigen. Konkret geht es dabei um den überarbeiteten Mietvertrag. Der Ausschuss für Bau, Sanierung, Verkehr, Umwelt und Vergaben gab dieser Vorlage am Montagabend seine Zustimmung.

Staßfurt. " In diesem Jahr können wir die Fördermittel nicht mehr verbauen. Deshalb muss der Fördermittelbescheid verändert werden. Dazu findet am 6. Mai noch mal eine Anhörung im Bauministerium in Magdeburg statt. Wir haben aber die schriftliche Zusicherung des Ministeriums, dass es uns weiter zu unterstützen beabsichtigt ", stellte Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) klar. Zudem müsse auch der Aufsichtsrat der städtischen Wohnungs- und Baugesellschaft mbH, die als Bauherr fungieren soll, noch seine Zustimmung zu diesem Vorhaben geben.

Die Stadt Staßfurt soll sich dann in den neuen Gebäudekomplex mit einer Ausstellungsfläche zur Darstellung der Geschichte des Kalibergbaus und des Umgangs mit den Bergbaufolgeschäden, der städtischen Bibliothek, dem Stadt-, Verwaltungs- und Bauarchiv sowie mit dem Bürgerservice einmieten. Das sind insgesamt 1434 Quadratmeter der Gesamtnutzfläche, die mit 2678 Quadratmeter angegeben wurde. Die Wobau selbst benötigt für ihren neuen Verwaltungssitz insgesamt 822 Quadratmeter und die ebenfalls vorgesehene Gaststätte 189 Quadratmeter.

Waren als Mietzins, den die Stadt pro Jahr zahlen muss, bislang noch 130 000 Euro inclusive Nebenkosten im Gespräch, sind es jetzt 111 000 Euro als Obergrenze plus die Betriebskosten.

Der Mietvertrag soll eine Mindestlaufzeit von zehn Jahren haben und spätestens acht Wochen vor der Baufertigstellung abgeschlossen werden. Der Oberbürgermeister und sein Fachbereichsleiter II, Wolfgang Kaufmann, gehen davon aus, dass der Einzug voraussichtlich im zweiten Quartal 2012 erfolgen kann.

Das Haus wird mit insgesamt rund 4, 65 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen 1, 86 Millionen Euro auf Fördermittel. 200 000 Euro will die Wohnungs- und Baugesellschaft als Eigenmittel aufbringen. Die Restsumme von 2, 59 Millionen Euro soll über einen KfW-Kredit abgedeckt werden. Dieses Objekt bildet den Abschluss des Stadtumbaus im Rahmen der Internationalen Bauausstellung ( IBA ) und dürfte zugleich das I-Tüpfelchen werden.

Als Bauplatz ist das Gelände in der Rathausstraße / Großer Markt vorgesehen, auf dem sich das alte Staßfurter Rathaus befand, von dem aufgrund von Senkungserscheinungen nur noch das Teilstück des ehemaligen Katasteramtes übrig geblieben ist.

" Wir haben in der Stadtmitte viel erreicht ", sagte Wolfgang Kaufmann und informierte die Abgeordneten darüber, dass am 29. April die IBA-Eröffnungsveranstaltung in Staßfurt stattfindet. Dazu sind auch alle Stadträte eingeladen. Der Startschuss fällt um 15 Uhr im umgestalteten Kaligarten, den Bau- und Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre ( CDU ) wieder seiner Bestimmung übergeben soll.

Danach ist ein Stadtrundgang geplant. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf die Handy-Guides gelegt werden. An diesen Standorten kann man sich ganz leicht per Sms Informationen über die Stadt zuschicken lassen, sagte Kaufmann.

Um 18. 30 Uhr wird dann im Haus I der Stadtverwaltung der white cube, ein weißer Raum, eröffnet. Dort erfolgt für die Besucher noch einmal eine bildliche Darstellung, wie sehr sich die Stadt Staßfurt in den letzten Jahren mit Hilfe des IBA-Projektes " Aufheben der Mitte " zum Positiven verändert hat.

Vorgesehen sind aber auch interessante Vorträge zur wechselvollen Bergbaugeschichte der Stadt sowie zur Entwicklung der Kommune seit dem 3. Oktober 1990, als Deutschland wieder eins wurde.