Die Mädchen und Jungen aus der Staßfurter Grundschule " Johann Wolfgang von Goethe " zieht es in den Harz, wie einst schon den Namensgeber ihrer Schule. Wie der große Dichterfürst wollen sie die Schönheiten der Natur des Mittelgebirges erkunden. Am 22. Juni werden die Schüler aus allen Klassen gemeinsam nach Thale fahren, im Harzer Bergtheater " Pippi Langstrumpf " sehen und dem Bergzoo einen Besuch abstatten. " Harz, Harz, wir fahren in den Harz " ist das Motto der besonderen Aktion. Zuvor beschäftigt sich eine Projektwoche mit Goethe. Der Elternrat sammelt für alles das nötige Geld. Von Daniel Wrüske

Staßfurt. " Die Kinder sollen Kultur erleben, über den eigenen Tellerrand hinaus ", sagt Mario Dingethal vom Elternrat und erklärt das Anliegen der Fahrt. Die ist an sich schon ein Höhepunkt, wird aber gleichzeitig zum Abschluss einer besonderen Woche vom 5. bis 12. Mai. Dann steht Johann Wolfgang von Goethe im Mittelpunkt einer großen Projektwoche. In allen Klassenstufen beschäftigen sich die Mädchen und Jungen mit dem Dichterfürsten. " Johann Wolfgang von Goethe ist nicht nur Lichtgestalt der Dichtkunst ", sagt Eldrid Günther-Sonnabend, Vorsitzende des Elternrates. " Seine Person steht ein breites Spektrum von Kunst und Naturwissenschaften. " Sie erinnert an die Farbenlehre, einzigartig verewigt in Goethes " eigenem " Theater in Bad Lauchstädt, an theoretische Ausführungen zu vielen Themen, an Reisen, an das Theater. " Das alles wollen wir den Kindern verdeutlichen, zeigen, wer hinter dem Namensgeber ihrer Schule steckt, und damit klar machen, weshalb Goethe würdig ist, dass eine Bildungseinrichtung seinen Namen trägt ", sagt Eldrid Günther-Sonnabend.

Die Wissenvermittlung geschieht nicht theoretisch und in Vorträgen der Lehrer, sondern über die vielfältigen Talente der Kinder selbst, altersgerecht und in verschiedenen Herangehensweisen. " Das Motto der Schule ist : Kinder stark machen ", sagt die Elternratschefin. " Wie im vergangenen Jahr mit dem Projektcircus Sperlich werden die Kinder sich während der Projektwochen etwas zutrauen, sich nicht scheuen, ihre Fähigkeiten als Schreiber, Leser, Musiker, Sportler oder Tänzer zu beweisen. " Der Bogen zu Goethe sei dabei immer schnell gespannt, weil er selbst ein Multitalent gewesen sei. Es kann mit dem Hexentanz oder dem Zauberkoffer der Mathematik gehen, alles Ideen, die für die Aktionstage schon geplant sind. Zusammengeführt werden die Teilprojekte bei einer Aufführung im Salzlandtheater.

Lohn für die Mühen der Kinder aber auch etwas für Neugier wird schließlich die Fahrt in den Harz. " Schöner Aspekt dabei ist auch : Die ganze Schule macht etwas zusammen. Denn jedes Kind fährt mit. " Das alles ist nicht nur mit organisatorischem Aufwand verbunden, sondern kostet auch Geld. Die Goethekinder legten sich schon mächtig ins Zeug für Projekttage und Fahrt. Einmal im Monat veranstalteten sie einen Kuchenbasar. Beim Nikolausmarkt auf den Staßfurter Königsplatz verschenkten die Mädchen und Jungen Selbstgebasteltes gegen Spenden. Rund 700 Euro kamen dabei zusammen.

Viele Eltern helfen nach wie vor mit, damit alles gelingt. Von Unternehmen und Privatpersonen gabt es außerdem Sachspenden für die Verpflegung. Der Elternrat hat sich noch eine weitere Idee einfallen lassen. Kilometer werden zu Euro umgewandelt, passend zu einer Reise. Dabei können die Spender entscheiden, ob sie 50 Euro für fünf Kilometer wählen, entsprechend 100 Euro für zehn Kilometer, oder ob sie einen Betrag frei wählen. In den nächsten Tagen gehen Kinder und Elternratsmitglieder auf die Suche nach finanzieller Unterstützung, einen kleinen Spenderbrief in der Tasche. Mario Dingethal : " Jeder hat also die Chance zu helfen, damit das Goethe-Projekt zu einem unvergesslichen Erlebnis für die Kinder wird. "