Am Freitagabend ist die Calbenser Rettungswache der Johanniter Unfallhilfe ausgebrannt. Drei Fahrzeuge sind in Mitleidenschaft gezogen worden, Verletzte gab es keine. Erste Schätzungen beziffern den Gesamtschaden auf rund eine Million Euro. Nach bisherigen Untersuchungen löste wahrscheinlich ein defektes Beatmungsgerät den Brand aus.

Calbe. Ein Bild der Verwüstung zeigt sich im einstigen Feuerwehrgebäude im Pappelweg, wo die Johanniter Unfallhilfe die Notarzt- und Rettungswache betreibt.

Vom Rettungstransportwagen, erst seit vier Wochen im Einsatz, ist außer dem Stahlskelett nicht mehr viel übrig geblieben. Die rußgeschwärzten Innen- und Außenwände des Gebäudes und der strenge Geruch zeugen von einem großen Brand.

" Es entwickelte sich eine ungeheure Hitze ", beschreibt Calbes Wehrleiter Uwe Wirth den Einsatz am Freitagabend. Um 20. 30 Uhr geht der Alarm ein, sieben Minuten später ist das erste Feuerwehrfahrzeug vor Ort. Schnell wird klar, es muss Verstärkung geholt werden. Wenig später sind fünf Fahrzeuge und 26 Kameraden mehr als drei Stunden gegen die Feuerbrunst im Einsatz.

Sauerstoffflaschen, die im Rettungstransportwagen und im Gebäude lagerten, machten den Einsatz gefährlich. " Durch die Hitze ist teilweise Sauerstoff aus den Flaschen getreten, das glich einem Schweißbrenner ", sage Wirth. Die Flammen aus dem Gebäudeinneren loderten meterhoch über das Dach. Die Kameraden konnten Fahrzeuge aus der Halle fahren. Der Rettungstransportwagen, ein Einsatzleiterauto sowie ein Privatauto fielen den Flammen zum Opfer.

Die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abschließend sagen, wie der Brand ausgelöst wurde. Sicher scheint bisher, dass er von einem defekten Beatmungsgerät ausgeht.

" So schlimm der Brand auch ist, sind wir froh, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind ", sagt Reinhard Doberenz, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe in Magdeburg. Zum Brandzeitpunkt sei die Wache mit zwei Kräften besetzt gewesen, der Notarzt gerade im Einsatz. Den Schaden an Fahrzeugen und Medizintechnik schätzt er auf rund 500 000 Euro. " Mit der Liegenschaft zusammen sind Werte in Höhe von ungefähr einer Million Euro vernichtet worden ", schätz Doberenz.

Dass der Standort der Rettungswache sowie des Notarztes weiter in Calbe bleiben soll, daran ließen Doberenz als auch Reingard Stephan, zuständige Dezernentin im Salzlandkreis, keinen Zweifel. " Eine Verlagerung des Standortes ist ausgeschlossen ", sagte Stephan. Calbe ist einer von fünf Notarztstandorten im Kreis, der rund um die Uhr besetzt ist.

Die Einsatzbereitschaft des Rettungsdienstes ist weiterhin gewährleistet. Die Rettungskräfte sind vorübergehend in den benachbarten Räumlichkeiten des Calbenser Ortsverbandes des Technischen Hilfswerkes ( THW ) untergebracht. " Das wird allerdings kein längerfristiger Zustand sein ", sagte Reinhard Doberenz. Ein neues Objekt für den Standort der Rettungswache in Calbe sei nach Gesprächen mit der Stadtverwaltung bereits gefunden. Zu weiteren Einzelheiten wolle man sich erst dann äußern, wenn die Unterschriften getätigt worden sind.

Reingard Stephan lobte die Zusammenarbeit und Hilfeleistung von Feuerwehr und THW : " Der Salzlandkreis ist stolz darauf, wie dies in der Praxis geschieht. " Olaf Godlofski vom THW-Ortsverband machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass eine Brandbekämpfung nicht in das Aufgabengebiet des THW fällt.