Gibt der Stadtrat seine Zustimmung, ziehen noch in diesem Jahr rund 120 Kinder aus der Kindertagesstätte Sandmännchen in andere Einrichtungen der Stadt. Ein Wechsel auf Zeit. Denn das Gebäude in der Sülzestraße soll saniert, die Arbeiten zu Weihnachten abgeschlossen werden.

Staßfurt. " Wir wollen die Kindertagesstätte Sandmännchen von Grund auf durchsanieren ", erklärt Brigitte Hirschfeld vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung. Jetzt biete sich die Chance, mit viel Geld und erheblichen Fördermitteln, eine Kindereinrichtung in städtischer Trägerschaft baulich zu ertüchtigen und auf den allen modernen Anforderungen entsprechenden Stand zu bringen. Jahrelang war das wegen der Finanzmisere in der Stadt nicht möglich. In den Kitas wurden nur die Arbeiten ausgeführt, die den reibungslosen Betriebsablauf garantierten. Geld kommt jetzt zunächst vom Bund. Aus dem Konjunkturpaket stehen rund 233 000 Euro zur Verfügung. Auch die Stadt will, trotz düsterer Finanzprognosen und noch nicht bestätigtem Etat für 2010, tief in die Tasche greifen und zusätzlich rund 432 000 Euro investieren. Das Sanierungskonzept für die Kita wurde deshalb jetzt dem zuständigen Sozialausschuss vorgestellt und soll so schnell wie möglich den Stadtrat passieren. Denn wolle man in diesem Jahr fertig werden – als Ziel steht Weihnachten nach einer Bauzeit von rund sieben bis acht Monaten müssten jetzt die Ausschreibungen in die Wege geleitet werden, erklärt Hirschfeld. Die Ladefristen zu den Gremien sind aber so weitläufig gesetzt, dass es hier schon Verzug geben würde, so dass die Sozialausschussmitglieder grundsätzlich grünes Licht für die Aufwendung der Mittel bei nicht bestätigtem Haushalt geben sollten. Im Vermögenshaushalt ist die Summe bereits eingeplant.

Konzept soll durch Bau getragen werden
Dass die Kita Sandmännchen jetzt auf Vordermann gebracht werden soll, hängt mit der inhaltlichen Ausrichtung des Hauses zusammen. Die Kita ist Kompetenzeinrichtung für Frühkindliche Bildung und damit die einzige Kita dieser Art im Salzlandkreis. In Sachsen-Anhalt gibt es insgesamt 15 dieser Kompetenzeinrichtungen. Schon bei der Vergabe des Zertifikates wurde auf die baulichen Mißstände hingewiesen und auf eine komplette Sanierung des Gebäudes gedrängt. " Wir wollen die optimalen räumlichen Bedingungen schaffen, damit das Gebäude dem pädagogischen Konzept entspricht ", sagt die Gebäudemanagement-Chefin.

Ausschlaggebend sei darüber hinaus, dass vier Nutzer von den Erneuerungsarbeiten profitieren würden. Die Kindertagesstätte mit Krippe, Kita und Hort, aber auch der Teenie-Treff.

Die Arbeiten umfassen vor allem die energetische Sanierung des Hauses, dienen aber auch der Einhaltung moderner Brandschutzbestimmungen und sollen in verschiedenen Bereichen das Raumangebot verbessern. Einiges ist schon im Rahmen der Umsetzung von Konjunkturpaketmaßnahmen passiert. So wurde ein alter Schornstein abgerissen, Elektroleitungen wurden erneuert, Abschottungsbereiche für Brandfälle geschaffen und mit entsprechenden Türen gesichert. Ein Sportraum im Untergeschoss ist jetzt neu geplant, außerdem gebe es statische Veränderungen aufgrund der Neuanordnung von Trennwänden. Im Obergeschoss werden für die Hortkinder zusätzliche Fluchtwege geschaffen. Der Kita-Bereich wird umgestaltet. Wichtig ist auch die Einrichtung einer kleinen Cafeteria. " Die Kühlschränke in den Gruppenräumen werden dann überflüssig. Die Kinder essen zusammen in einem geeigneten Raum ", beschreibt Hirschfeld, dass Hygiene und Beaufsichtigungsmöglichkeiten hier eine größere Rolle spielen sollen.

Jugendamt begleitet Maßnahmen
Alle Planungen und Baumaßnahmen werden von Bau-, Gesundheits- und Jugendfachämtern im Kreis begleitet. Denn es ist mit enormen Lärm- und Schmutzbelästigungen zu rechnen. So hat man sich verständigt, die Kita auszulagern und die Kinder in den anderen städtischen Einrichtungen zu betreuen. Marianne Nebel, Leiterin des Fachdienstes für Schule, Jugend und Kultur, erklärt, dass beim Jugendamt der " Antrag auf Betriebserlaubnissänderung " zur Genehmigung vorliegt. Rund 120 Kinder müssen auf Zeit umziehen, kommen in der Nähe ihrer Grundschulen in den Hort oder in die benachbarte Jugendeinrichtung der Stiftung Staßfurter Waisenhaus.

Der Stadtrat berät während seiner nächsten Sitzung über die geplanten Kita-Baumaßnahmen.