Am Sonnabend standen die Türen der Grundschulen in Schneidlingen und Groß Börnecke für interessierte Besucher offen. Die Stadt hatte Eltern zu dem Termin eingeladen. Das Angebot wurde gern angenommen und bot für viele auch eine Plattform zum Erfahrungsaustausch. Gespräche mit Anwesenden haben gezeigt, dass die Mütter und Väter aus den Ortsteilen die Interessen der jeweils anderen Seite durchaus verstehen können. Im Großen und Ganzen ist jeder für den Erhalt seiner Schule in seinem Ort.

Schneidlingen / Groß Börnecke. " Die Eltern konnten sich ein Bild machen, von den örtlichen Gegebenheiten, auch von den Außenanlagen. Der Tag war vor allem für all jene angedacht, die die Räumlichkeiten noch nicht kannten ", erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Hecklingen Heike Ursel-Weishaupt, das Ansinnen des Termins, zu dem die Stadt eingeladen hatte und bei dem die Hauptamtsleiterin persönlich ebenso wie Stadträte und Ortschaftsräte anwesend waren.

" Die Eltern konnten sich ein Bild machen von den örtlichen Gegebenheiten, auch von den Außenanlagen. "

" Mein Kind geht hier zur Schule. Sicher, bauliche Defizite gibt es überall. Wenn sich die Stadt auf ein Konzept einigt, müssen Vorteile für beide Seiten klar ersichtlich werden ", sagte Besucher Volker Banier aus Groß Börnecke. Dennoch habe er auch Verständnis für die Eltern aus Schneidlingen " Sicher wäre es traurig, wenn es den Grundschulstandort nicht mehr geben würde " meinte er.

Die Stadt Hecklingen hatte im Oktober 2009 angekündigt, die Grundschulstandorte Groß Börnecke und Schneidlingen in Groß Börnecke trotz Bestandsschutz zum neuen Schuljahr 2010 / 2011 aus Kostengründen zusammenzulegen. Denn das Gebäude der früheren Polytechnischen Oberschule in Groß Börnecke steht zur Hälfte leer, nachdem eine Förderschule in 2008 ausgezogen war. Nach einer Protestaktion der Eltern aus Schneidlingen war das mit einer knappen Entscheidung vom Rat aber abgelehnt worden.

Im Moment werden die Kinder aus Schneidlingen und Cochstedt in Groß Börnecke aber trotzdem vorübergehend unterrichtet. Nach einem witterungsbedingten Schaden am Dach Mitte Januar musste die Schule in Schneidlingen vorübergehend geschlossen werden.

Für Eltern aus Groß Börnecke liegen die Vorteile ihrer Schule klar auf der Hand : " Saniertes Schulgebäude, sanierte Sporthalle, Sportplatz auf dem Gelände, vorderer und hinterer Schulhof, eingezäuntes Gelände, Fußgängerampel und 30 er Zone zum sicheren Überqueren der Straße, großer Spielplatz, Essenversorgung in der Schule, große Aula vorhanden, mehr als 15 verfügbare Räume und Fachkabinette ", zählt Karsta Riese, deren Kind in diesem Jahr eingeschult wird, die Vorzüge auf. Sie war mit ihrem Mann und einem weitere Ehepaar zur Besichtigung gekommen. Die vier meinten am Sonnabend, dass die Stadt nicht in zwei Standorte investieren kann. Aus ihrer Sicht bringt Groß Börnecke die besseren Voraussetzungen mit. " Wenn hier investiert wird, hätten wir eine sehr schöne Schule für alle Kinder ", so die Mutter. Trotzdem könne sie aber auch alle Eltern verstehen, die besorgt sind. " Wir möchten ja auch, dass unsere Schule erhalten bleibt ", so Riese.

Für den Erhalt der Schneidlinger Schule ist Jeanette Schulze. Die Schneidlingerin schaute sich die Schule in Groß Börnecke am Wochenende zum ersten Mal an. " Unsere Schule in Schneidlingen bietet all das, was die Kinder zum Lernen brauchen. Sie ist kleiner, aber so irgendwie auch gemütlicher ", schilderte sie ihren ersten Eindruck. Was sie in Groß Börnecke allerdings schön findet, ist der große Spielplatz. " Und auch die Turnhalle ist klasse ", so die Schneidlingerin. " Wichtig ist, dass die Kinder sich in erster Linie wohl fühlen ", sagte Schulze.

" Alle drei Schulen

müssen erhalten

bleiben. "

Klaus Dieter Bremer sprach an, dass die Kinder in Schneidlingen einen längeren Weg zurücklegen müssen, um zur Turnhalle zu kommen.

Doreen Lohe aus Egeln kann nicht verstehen, warum Hecklingens Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche nicht persönlich zum Tag der offenen Tür gekommen war. " Ich finde es traurig, dass er nicht teilnimmt, obwohl er dazu eingeladen hat, steht er den BesuchernnichtRedeundAntwort ", ärgert sich die Mutter.

Und Eike Hellmund ist davon überzeugt, dass die Stadt sich dafür einesetzen muss, alle Schulstandorte zu erhalten. " Wir müssen keine Schule schließen ", meinte er bezugnehmend auf den Bestandschutz der Einrichtungen. " Alle drei Schulen müssen erhalten bleiben. Die Grundschulen sollen in den Orten bleiben ", forderte er und sprach sich klar gegen die Zusammenlegung von Standorten aus. " Denn wenn wir so weiter machen, dann fahren unsere Kinder irgendwann nach Egeln ", meinte er.