Bernburg ( MZ ). Auf Unverständnis ist ein Alleingang in Schönebeck gestoßen. Im Jugendhilfeausschuss des Kreistages gab es heftige Kritik an der Kommunalen Beschäftigungsagentur Schönebeck ( KoBa ), die im Altkreis Schönebeck aktiv ist. Sie hatte im vergangenen Jahr den " Salzland-Pass " für das Gebiet des Altkreises als soziales Projekt eingeführt ( Volksstimme berichtete ).

Dieses Ausweis-System, so Landkreis-Dezernentin Edith Völksch, verfolge das Ziel eines Sozialpasses, um verschiedene Vergünstigungen in Anspruch nehmen zu können. " Um aber diesen Pass sinnvoll einzuführen, bedarf es konstruktiver Kooperationspartner, die bereit und in der Lage sind, Einnahmeverluste hinzunehmen ", kritisierte sie das Vorhaben der Schönebecker. Denn ein Sozialpass solle Erleichterungen gewähren, die es den Betroffenen ermöglichen, vergünstigt am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Ausweis sollte für gesamten Kreis gelten

Dieses Ziel hatten die Ausschussmitglieder auch nicht moniert. Kritik übten sie, wie zum Beispiel René Wölfer ( SPD ), Georg Hamm ( CDU ), Annett Lazay ( AG der diakonischen Einrichtungen ) und Ralf-Peter Schmidt ( Die Linke ) aber daran, dass der Pass ein reines Ausweispapier sei und die Erwartungen der Betroffenen nicht erfüllt werden. Georg Hamm sprach von einem " unmöglichen Alleingang mit einer fatalen Außenwirkung ". Annett Lazay bemängelte zudem, dass die KoBa vorab auch mit den verschiedenen Trägern in Schönebeck keine Abstimmungen vorgenommen habe.

René Wölfer, der in Vorbereitung auf den Jugendhilfeausschuss zum Thema im Internet recherchiert hatte, sprach von einer Seite, die den Namen nicht verdient und fragte, wer schließlich die Kosten des Salzland-Passes trage. So wie er sprach sich auch Ralf-Peter Schmidt für einen einheitlichen Pass im gesamten Salzlandkreis aus. Für seine Fraktion die Linke kündigte Ralf-Peter Schmidt deshalb eine Vorlage über einen Salzland-Pass an, der im gesamten Kreisgebiet gelte.