Löderburg. " Am Löderburger See soll es ein Ferienlager geben, wie es viele noch aus DDRZeiten kennen ", sagt Michael Schnock, Betreiber des Tourismuszentrums. Das Angebot solle sich vor allem an die Kinder aus finanziell benachteiligten, sozial schwachen Familien richten, die sich aufgrund ihrer Lebenslage keinen eigenen Urlaub in den Sommerferien leisten könnten. Für Schnock ausschlaggebend waren zwei Dinge. Schon einmal hat die Partei Die Linke in Staßfurt ein Zeltlager für diese Kinder am Löderburger See veranstaltet. " Die Resonanz war überwältigend. " Zum anderen, so der Pächter, befinde man sich im Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. " Warum also nicht ganz praktisch etwas auf die Beine stellen, das den Gedanken aufgreift. Im Kleinen muss man anfangen ", meint Schnock. Die Idee ist, dass im Sommer Mädchen und Jungen eine Woche am See verbringen können und dabei komplett betreut und verpflegt werden. Sie haben dann Urlaub im Zeltlager des Tourismuszentrums.

Linke kündigen Hilfe an
" Die Kapazitäten sind da ", sagt Schnock und rechnet damit, dass jeweils rund zwölf Kinder wöchentlich das Angebot annehmen könnten, wenn es gut läuft mehrmals im Jahr wechselnd. Die Nachfrage nach den Übernachtungen im Freien ist schon jetzt sehr groß, so dass Schnock im Sommer ein zusätzliches Zelt aufbaut. Neun Zelte gibt es dann im Zeltlager mit 45 festen und neun weiteren, flexiblen Betten. Hier soll auch das Ferienlager über die Bühne gehen, bei dem die Kinder von drei Betreuern begleitet werden und viel erleben können. Der See und sein Umfeld bieten optimale Voraussetzungen für sportlich-spielerische Betätigungen.

Inhaltlich ist der Plan schon weit vorangetrieben, Kapazitäten und Mitarbeiter wären vorhanden. Erfahrungen hat man im Tourismuszentrum auch schon gesammelt. Nicht zuletzt führt die Staßfurter Volkssolidarität mit dem Mehrgenerationenhaus regelmäßig ihre Ferienspiele durch.

Doch es fehlt am Geld. Denn das haben die Familien, die angesprochen werden sollen, nicht. Aus diesem Grund traf sich Michael Schnock jetzt mit dem Bundestagsabgeordneten Jan Korte ( Die Linke ), um über mögliche Finanzierungs- und Trägerschaftsvarianten zu beraten. Fazit : Über Patenschaften könnte ein Teil der Kosten getragen werden. Jan Korte erklärte, bei einem Zeltlager selbst die Patenschaft für ein Kind übernehmen zu wollen. Außerdem würden die Linken in ihren Fraktionen im Bund, Land und in der Stadt einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen, den Überschuss aus den Diätenerhöhungen, jeweils in Fonds einzahlen, die zu allgemeinnützigen sozialen Zwecken angezapft werden.

Jan Korte will auf Bundesebene werben
Jan Korte will auch hier auf Bundesebene die Löderburger unterstützen, ihr Konzept vorstellen und um Förderung werben. In den nächsten Wochen will der Bundestagsabgeordnete das in die Wege leiten, so dass Michael Schnock in gut einem Monat weiß, ob sein Zeltlager im Sinne sozial benachteiligter Kinder Idee bleibt oder eine Chance hat, Wirklichkeit zu werden.