Der Jugendclub " Glashaus " in der Hecklinger Straße in Staßfurt wird ab dem 1. April vom Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum ( BBRZ ) Aschersleben weiter geführt. Die entsprechenden Verträge wurden Mittwochnachmittag von Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) und BBRZ-Geschäftsführerin Elke Brüggemann unterzeichnet.

Staßfurt. Der Stadtchef nutzte die Gelegenheit, um dem bisherigen Betreiber, dem Verein für Integration, Beschäftigung und Soziales ( IBS ) aus Eisleben, für sein Engagement zu danken. Denn er war im vergangenen Frühjahr nur wenige Tage nach der Insolvenz des Initiativkreises für Arbeitsbeschaffung und Bildung eingesprungen, um den Jugendclub weiter zu führen.

Nun übergibt er ihn an das BBRZ Aschersleben. Der Verein bleibe den Staßfurtern als Betreiber der Tafel erhalten, sagte der Oberbürgermeister. Er ist dankbar, dass das bereits im Schloss Rathmannsdorf aktive BBRZ damit ein neues Betätigunsfeld in der Stadt übernimmt. Mit der Kombination beider Einrichtungen könnte etwas Neues entstehen, sagte Zok und fügte hinzu : " Es kann nur besser werden als bisher. "

Dass sich diese Einrichtungen und die in Aschersleben enger zusammenfinden, wünscht sich auch BBRZ-Geschäftsführerin Elke Brüggemann. Sie lobte den reibungslosen Übergang im Jugendclub und teilte den Jugendlichen mit, dass ihnen Bernd Christoph als bewährter Leiter erhalten bleiben wird. " Wir wollen Bewährtes auf jeden Fall fortsetzen, sind aber auch für neue Ideen jederzeit offen ", sagte die BBRZ-Chefin.

Ihr für die Jugendclubs zuständiger Mitarbeiter Uwe Bollmann wollte nicht von einer Übernahme sprechen. Für ihn ist das eher eine Hochzeit, sagte er. " Wenn wir das gut hinkriegen, ist es gut für alle ", fügte er hinzu.

Der Vorsitzende des Jugendausschusses des Stadtrates, Ralf-Peter Schmidt ( Die Linke ) ist stolz darauf, dass es bei der Auswahl des neuen Betreibers keine Kungelgeschäfte gegeben habe. Die beschränkte Ausschreibung der Stadt habe interessante Konzepte hervorgebracht. Dem BBRZ wünschte Schmidt viel Erfolg und immer eine glückliche Hand. Die Jugendlichen lud der Kommunalpolitiker ein, sich aktiv in die Diskussion um den neuen Kinder- und Jugendplan der Stadt für die Zeit bis zum Jahr 2014 einzubringen.

Die jungen Leute wollen sich am kommenden Mittwoch mit einer kleinen Grillparty bei den IBS-Mitarbeitern bedanken. Deren Schatzmeister, Wolfgang Fischer, sagte bei der Vertragsunterzeichnung : " Wir scheiden nicht ohne Wehmut. Für uns war die Trägerschaft eines Jugendclubs Neuland. Dabei konnten wir auf das bewährte Personal, wie Bernd Christoph und seine Mitarbeiter bauen. Dadurch war die Arbeit optimal. "

Lobende Worte über die Tätigkeit der Eislebneer fand auch der Chef des " Glashauses " Bernd Christoph. Ihn freue besonders, dass der Verein IBS bis zur Übergabe an das BBRZ in das Objekt in der Hecklinger Straße investiert habe. " Ich hoffe, dass wir auf diesem Niveau aufbauen können ", sagte Christoph.

" Man muss auch der Stadt Staßfurt dankbar sein, dass sie für so ein Haus trotz der angespannten Finanzlage so viel Geld ausgibt. Dass sie so viele Kinder- und Jugendbetreuungseinrichtungen unterhält und finanziert, ist nicht normal ", fügte Christoph hinzu. Die Kommune hätte sich aber auch nicht erlauben dürfen, das " Glashaus " zu schließen.

" Das war auch nie unsere Absicht ", merkte der Oberbürgermeister an.

Was Christoph nicht gefällt, ist die zu kurze Beschäftigungsdauer seiner vier Mitarbeiter, die von der Arge Aschersleben-Staßfurt jeweils nur für sechs Monate im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit beschäftigt werden. " Man braucht eine gewisse Zeit, um die Abläufe im Haus und die Macken der Jugendlichen kennen zu lernen ", sagte Christoph, der der Arge dennoch für die Unterstützung dankbar ist.

Der Jugendclub wird täglich zwischen 30 bis 50 Jugendlichen der Stadt im Alter von 6 bis 27 Jahren für eine sinnvolle Freizeitgestaltung genutzt. An den Wochenenden ist der Andrang sogar noch größer.