Das Engagement der Staßfurter Arbeitsgruppe, die für den Erhalt des Klinikstandortes Staßfurt kämpft, stößt auf ein ungewöhnlich großes Echo der Bürger im gesamten Altkreis Staßfurt. Mittlerweile sind im Rathaus Listen mit über 9000 Unterschriften eingegangen.

Staßfurt. Dazu trugen auch die Linken der Stadt bei, die Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) Mittwochnachmittag einen dicken Ordner übergaben. " Wir haben nicht nur Unterschriften gesammelt, sondern auch das Gespräch mit den Bürgern geführt bei gutem und bei schlechtem Wetter. Wir haben dabei bis auf eine Person nur positive Echos erhalten ", sagte der Stadtratsfraktionschef der Linken Klaus Magenheimer. Er freut sich, dass die vielen Bürger unter anderem aus Staßfurt, Hecklingen, Egeln, Rathmannsdorf und Unseburg, die sich in die Listen eingetragen haben, den Standpunkt der Kommunalpolitiker zum Erhalt des Staßfurter Krankenhauses teilen.

" Wir setzen unsere Sammlung bis zum 8. März in unserer Geschäftsstelle in der Grenzstraße 11 fort ", kündigte der Stadtchef der Linken, Ralf-Peter Schmidt, an.

Gestern haben auch die Liberalen im Staßfurter Rathaus ihre Listen mit mehr als 1000 Unterschriften abgegeben, teilte der FDP-Kreisvorsitzende, Johnann Hauser, der Volksstimme mit.

Der Einladung der Linken zu einem Politstammtisch zur Zukunft des Klinikstandortes Staßfurt waren Mittwochnachmittag zahlreiche Interessenten gefolgt.

Eingangs betonte das Aufsichtsratsmitglied der Salzland-Klinikholding, Dr. Walther Blauwitz ( Die Linke ), den breiten Widerhall der Aktivitäten der städtischen Klinik-Arbeitsgruppe in der Bevölkerung, lobte das Engagement des Staßfurter Oberbürgermeisters René Zok und die breite Unterstützung bei den Unterschriftensammlungen.

" Ein kleiner Erfolg der Demokratie konnte auch bereits verbucht werden. Die vielen Reaktionen in der Bevölkerung haben den Aufsichtsrat bereits gezwungen, sich nochmals eingehend mit der Thematik zu befassen und die Anregungen anderer zur Kenntnis zu nehmen ", sagte Ex-Stadträtin Bianca Görke ( Die Linke ).

Am 9. März wird das Konzept für die Zukunft der Kliniklandschaft im Salzlandkreis in den Aufsichtsrat eingebracht. Vor der Sitzung will der Oberbürgermeister Landrat Ulrich Gerstner ( SPD ) die Unterschriften für den Erhalt der Staßfurter Klinik übergeben.

Der Landtagsabgeordnete und Ortsbürgermeister von Förderstedt, Peter Rotter ( CDU ) meinte, dass es diesmal gelingen müsse, nicht nur parteiübergreifend, sondern auch überregional Zustimmung zum Erhalt der Klinikstandorte zu bekommen.

Der Ex-Kreistagsabgeordnete Dr. Rolf Funda ( Die Linke ) riet dringend dazu, die einzelnen Spezialisierungsmerkmale der vier Klinikstandorte herauszukristallisieren. Es dürfe nicht darum gehen, die Kliniken gegeneinander aufzuwiegeln, sondern man müsse ein tragfähiges Konzept erarbeiten. Hierbei spielten die Grundversorgung der Bevölkerung, aber auch die besondere Spezialisierung eine wesentliche Rolle. Nur so könne wirtschaftliches Handeln erreicht werden.

Seine Frau Anne warnte davor, die soziale Komponente eines Krankenhausstandortes zu vernachlässigen. Auch bei einer demografischen Negativentwicklung dürfe eine Region nicht sozial ausgehöhlt werden.

Bianca Görke, die den Politstammtisch moderierte, machte nochmals darauf aufmerksam, dass Staßfurt bereits ein gebranntes Kind sei. " Wir dürfen nicht wieder warten, bis Tatsachen geschaffen werden, die eine Fortführung des Krankenhauses in Staßfurt unmöglich machen ", warnte sie.

Auch der stellvertretende CDU-Fraktionschef des Stadtrates, Heinz Czerwienski äußerte sich besorgt über eine weitere Schwächung der Stadt Staßfurt. " Staßfurt hat das beste wirtschaftliche Ergebnis erzielt und soll nun am meisten für die Defizite in der Holding bestraft werden ", sagte er.

Als Fazit wünschten sich alle Beteiligten, dass sich der Kreistag und nicht nur der Klinik-Aufsichtsrat dieses wichtigen Themas annimmt. Die Linken werden bei jedem Politstammtisch über den Fortgang in dieser Angelegenheit berichten, kündigte Görke an.