Wenn Fußballer mehr als ein Spiel in der Woche absolvieren, spricht man von einer " englischen Woche ". Kameraden können das auch, wie die von der Freiwilligen Feuerwehr Rathmannsdorf. Letzten Freitag übte eine Elf in blauer Einsatzbekleidung die Personenrettung, morgen überraschen sie die Kinder der " Rappelkiste ", und am Sonnabend sorgen die Brandschützer wieder dafür, dass das Osterfeuer in der Kiesgrube zu einem schönen Abend für die Bürger wird.

Rathmannsdorf. Das ist freiwillig, aber dennoch kein Zuckerschlecken, was die Jungs um Wehrleiter Frank Hamann da am Freitagabend in der alten Schule ihres Ortes veranstalten. Personenrettung und Suche nach gefährlichen Stoffen ist angesagt als Übungsaufgabe.

Für sechs der elf Teilnehmer dieses Dienstabends wird es besonders schweißtreibend. Marcus und Volker Gennrich, Oliver Handt, Benjamin Zuck, Thomas Eckardt und Martin Hartmann sind ausgebildete Atemschutzgeräteträger, die zu je zwei Mann in unbekannte Räumlichkeiten im Obergeschoss des Hauses geschickt werden. Besonders " gemein " dabei : Ihre Visiere sind mit Briefpapier verdeckt um dichten Qualm zu simulieren, so dass sie wirklich nicht sehen, wie es um sie herum aussieht. Eine halbe Stunde lang dürfen die Kerle – mal im Entengang, mal kriechend sogar – Hindernisse überwinden. Mit dem 20 Kilogramm schweren Atemgerät auf dem Rücken, dazu die feste Einsatzbekleidung und in Stiefeln, Gerätschaften in der Hand. Freies Atmen ist anders.

" Man ist teilweise

orientierungslos, die

Knie schmerzen, es

ist einfach

anstrengend. "

" Man ist teilweise orientierungslos, die Knie schmerzen, es ist einfach anstrengend ", beschreibt Volker Gennrich, nachdem er die Atemschutzmaske vom verschwitzten Kopf gezogen hat.

Ja, sie könnten sich auch was anderes vorstellen für den Freitagabend, gibt Thomas Eckardt zu. Aber irgendwie mache das auch Spaß. Selbst die Dienstabende mit solchen Übungen würden den Zusammenhalt fördern. An ein Bier ist für die Kameraden zu dieser Zeit, etwa 21 Uhr, vorerst nur zu denken. Wenn sie wieder im Depot sind, müssen die Atemluftflaschen gewechselt und die anderen Sachen in Ordnung gebracht werden. Für ein Bier bei den Schützen, über deren Köpfen sie gerade übten, haben sie jetzt keinen Nerv. " Aber wir werden ihre Einladung noch annehmen ", verspricht der Wehrleiter.

An diesem Abend sind die Gedanken erstmal beim nächsten Einsatz. Am Dienstag, morgen also, sind sie bei den Rappelkiste-Kindern zu Gast mit ihrem Feuerwehrauto. Und dann geht ‘ s schon wieder weiter mit der Vorbereitung des Osterfeuers, das am Sonnabend, 19 Uhr, in der Kiesgrube gezündet wird.

Eines ist gewiss, über die eine oder andere Anerkennung für all diese Einsätze zum Allgemeinwohl – in welcher Form auch immer – würden sich die Kameraden bestimmt freuen. Und das nicht nur nach so einer " englischen Woche ".