Positive Zahlen hat gestern das Polizeirevier des Salzlandkreises bekannt gegeben. Zwar ist die Anzahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2009 gestiegen, dafür wurden aber weniger Menschen verletzt. Hauptursachen waren zu geringer Abstand, Wenden und die Kollision mit Wildtieren.

Bernburg. Eine Mischung aus repressiven und präventiven Maßnahmen sei der beste Weg, um auf lange Sicht die Zahl der Verkehrsunfälle zu senken. Das sagte gestern Holger Herrmann, Leiter des Revierkriminaldienstes, bei der Vorstellung der Verkehrsstatistik im Salzlandkreis für das Jahr 2009. " Die Statistik zeigt, dass unsere Anstrengungen einen kontinuierlichen Rückgang der Unfallzahlen erbracht und die Verkehrssicherheit erhöht haben ", fasste Herrmann die aus seiner Sicht positiven Zahlen zusammen.

Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2009 6072 Verkehrsunfälle registriert. Im Vergleich zu 2008 seien das zwar 262 Unfälle mehr, dafür sank die Zahl der Vorfälle, bei denen Menschen verletzt wurden, um sechs Prozent auf 643 ( 2008 : 684 ). Bei diesen so genannten Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurden insgesamt 834 Menschen verletzt, darunter 608 leicht und 211 schwer. 15 Frauen und Männer starben.

Als erfreuliche Nachricht gab derweil Manfred Thiemann, Leiter des Verkehrsdienstes, bekannt, dass im Jahr 2009 der Anteil der 18- bis 24-Jährigen gesunken sei. Waren vor drei Jahren noch 259 Unfälle durch Fahrer dieser Altersgruppe verursacht worden, waren es 2009 nur noch 193. " Vielleicht liegt es an dem Führerschein mit 17 ", vermutete Thiemann als Grund hinter dem starken Rückgang.

Die Hauptunfallursachen benannte Thiemann kurz : Abstand halten besonders an Ampeln ( 1303 Unfälle ), Wenden und Rückwärtsfahren vor allem auf Parkplätzen ( 1126 ) und Kollissionen mit Wild ( 940 ). Besonders die Wildunfälle seien im Vergleich zum Vorjahr von 864 auf 940 angestiegen – eine Tatsache, die auch Henri Trautmann ( Leiter Einsatzdienst Aschersleben ) und Uwe Wuske ( Leiter Verkehrsermittlungsdienst Staßfurt ) in ihrer täglichen Arbeit beobachtet haben. So sei für Wuske der Unseburger Bereich auf der L 70 Richtung Wolmirsleben ein Schwerpunkt für Wildunfälle. " Wegen bestimmter Früchte, Seen und Wassergräben kommt es hier zu einem starken Wildwechsel ", sagte Wuske weiter. Im Raum Aschersleben hätten sich die Tiere hingegen wegen der Bauarbeiten an der B 6 und der A 14 andere Wege suchen müssen, berichtete Henri Trautmann. " Es ist ein Ursachenkonstrukt, das zu den Wildunfällen führt ", fasste Holger Herrmann zusammen. Als Hauptmittel gegen Kollisionen mit Rehen, Wildschweine, Hasen und Füchse nutzen die Beamten Geschwindigkeitsbeschränkungen. " Wir können nur an die Fahrer appellieren, sich daran zu halten ", sagte Herrmann weiter.

Zuletzt ging Manfred Thiemann noch auf Unfallschwerpunkte ein. Während in StaßfurtderKreiselWassertorstraße mit zehn Unfällen als Schwerpunkt gilt, ist es in Schönebeck die Magdeburger Straße Ecke Welsleber Straße ( 9 ). Angeführt wird die Liste von der Friedensallee in Bernburg ( 28 ).