Staßfurt. Besonders Jugendliche sind eingeladen, wenn morgen im Staßfurter Salzlandtheater Kristo Sagors Stück " Trüffelschweine " in der Inszenierung des Nordharzer Städtebundtheaters zu sehen ist. Einen Thriller für Teenager verspricht das Programmheft, bei dem sich das Täter-Opfer-Schema aufhebt zugunsten einer leidenschaftlichen Suche nach Identität.

Saskia hat Rike entführt und hält sie nun in einem Wohnwagen gefangen. Die 18-Jährige will damit den Vater der 15-Jährigen erpressen, der Saskias Freund wegen Vandalismus angezeigt hat. Der Wohnwagen gleicht einem Gefängnis. Rike wird gefesselt. Doch die Geschichte nimmt nicht den Verlauf, den beide vermuten, wünschen, planen ...

" Identitätskrisen, Pubertät, Freundschaft, Orientierung – um alle diese Themen dreht sich das Stück ", sagt Sylvia Sarnow, Schauspieldramaturgin am Nordharzer Städtebundtheater. " Gerade deshalb ist es für Jugendliche interessant. " Die beiden jungen Frauen befinden sich in einer Ausnahmesituation, sie sind dem Warten und ihren Erwartungen ausgesetzt, vermeintliche Gegensätze prallen aufeinander und doch gibt es viele Gemeinsamkeiten, ja sogar Bindungen. " Das wird das Kennenlernen zur Zwangsläufigkeit in der Extremsituation. " In der gewählten oder ungewollten Gefangenschaft lernen sich Rike und Saskia richtig kennen, machen sich ein Bild vom jeweils anderen, ohne falsche Vorstellungen und Vorurteile, sondern aus dem Erfahren heraus. " Das sind Punkte, die Jugendliche bewegen ", meint Sylvia Sarnow. Junge Frauen und Männer müssten sich in der Gesellschaft finden, sich einordnen, selbst hinterfragen, ihren Standort finden und verantwortlich vertreten. " Trüffelschweine beleuchtet den Generationenwechsel aus jugendspezifischer Sicht. " " Die Literarische Qualität liegt darin, dass Kristo Sagor es gelingt, die Geschichte in diesem kleinen Raum des Wohnwagens und mit zwei Personen zu entwickeln ", so Sylvia Sarnow. In seiner Inszenierung greife Sebastian Sarnow, selbst einst Schauspieler im Harz und inzwischen als Regisseurin deutschlandweit gefragt, das intime Kolorit des beengten Wohnwagenraumes auf. " Der Raum provoziert bestimmte Handlungen. " Außerdem gibt es viel Musik und eingespielte Videosequenzen.

Und das kommt an, bei der Altersgruppe, für die die Inszenierung gedacht ist, aber auch bei Älteren.

Eine Klasse aus dem Gymnasium in Wernigerode hat Proben und Premiere von " Trüffelschweine " begleitet. Autor Kristo Sagor war bei der Erstaufführung Ende Januar dabei und begeistert. Die Vorstellungen seitdem sind ständig ausverkauft, Jugendliche kommen in die Theater von Quedlinburg und Halberstadt. Jetzt kommt das Stück nach Staßfurt.

Morgen haben junge Menschen die Chance, sich das Stück " Trüffelschweine " im Salzlandtheater anzusehen. Die Macher freuen sich auch über kurzfristigen Besuch aus Schulen oder Clubs. Angebot des Nordharzer und Staßfurter Theaters ist auch, dass die Interessierten nach Lust und Laune mit den Schauspielern ins Gespräch kommen können.