Atzendorf ( dw ). Die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr haben es Chris angetan. " Ich finde die feuerwehrautos klasse ", sagt der Sechsjährige. " Sie sind groß und man kann damit Menschen retten. " Noch ist Chris viel zu jung, um selbst mit dem Löschfahrzeug oder dem Mannschaftstransportwagen zu fahren, aber später will er das auf jeden Fall. Grund für ihn, bei der Atzendorfer Kinderfeuerwehr mitzumachen. " Wir lernen, was die Feuerwehrmänner im Einsatz alles machen müssen, welche Schutzkleidung sie tragen müssen und was sie brauchen, um ein Feuer zu löschen ", sagt Chris euphorisch. " Und wir wissen selbst schon, wie wir uns in Notsituationen verhalten müssen. " Viel von dem, was der Feuerwehrnachwuchs zweimal im Monat freitags lernt, hat der Junge behalten, kann erzählen, worum es bei den Blauröcken geht und erstaunt damit selbst die " großen " Kameraden.

" Die Kinder sind sehr wissbegierig und interessieren sich für viele Dinge ", sagt Ines Rasehorn, die zusammen mit Wenke Wellhausen als Kinderwartin die Jüngsten in der Atzendorfer Feuerwehr betreut. Die " Atzendorfer Feuerdrachen ", gegründet am 24. Oktober 2009, sind eine von inzwischen vier Kinderfeuerwehren innerhalb der Staßfurter Stadtwehr. " Kinder, die aufgrund ihres Alters noch nicht Mitglied in der Jugendfeuerwehr sind, sollen an die Arbeit der Feuerwehren herangeführt werden ", erklärt Ines Rasehorn. Spielerisch lernen die acht Mädchen und Jungen viel über Brandschutz und Prävention. Sie malen, basteln und unternehmen gemeinsam viele Dinge. " So wird auch die Kameradschaft von Kindesbeinen an gepflegt. "

Ziel der Kinderfeuerwehren ist es auch, Nachwuchs zu sichern. Denn die Kinder sollen später in die Jugendfeuerwehr kommen und dann mit 18 Jahren schließlich in den Einsatzdienst. Weil die Neugier noch sehr groß sei, so die Kinderwartin, sei das Grundschulalter beste Einstiegszeit in die Kinderfeuerwehr. " Das Projekt könne gelingen, weil auch die Eltern tatkräftig dahinter stehen würden. Sie gestalten Treffen mit, oder motivieren ihren Nachwuchs stets aufs Neue.

Angelina findet vor allem die Einsatzkleidung toll. Für die Kinderfeuerwehr fehlte bisher ein einheitliches Outfit. Abhilfe konnte jetzt geschaffen werden, weil Mathias Cosic, Unternehmer und CDU-Mitglied des Staßfurter Stadtrates, die Aktivitäten der Feuerwehr in seinem Heimatort gern unterstützt und T-Shirts stiftete. " Es ist wichtig, dass Nachwuchs da ist ", begründet Cosic sein Engagement. " Jeder kann einmal in eine Notsituation kommen und die Feuerwehr benötigen. " Da helfe man gern im Wissen darum, dass hier die Jüngsten schon für das freiwillige Ehrenamt vorbereitet werden.

Ines Rasehorn und die Leitung der Atzendorfer Ortswehr sind froh über den Zuspruch aus dem Ort und die Unterstützung vieler, die es Mathias Cosic gleichmachen. Nächstes Ziel ist es, die Shirts durch passende rote Mützen zu ersetzen. Die kleinen " Feuerdrachen " sind dann unübersehbarer Teil der Atzendorfer Feuerwehr.