Förderstedt. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurden gestern Mittag die drei Stahlglocken des Geläuts der Förderstedter Petrikirche aus dem Glockenstuhl auf ein Podest außen am Kirchturm gezogen und von dort mit einem Autokran zur Erde herabgelassen. Die Klöppel hatte man vorher demontiert. Von den Monteuren wurde traditionsgemäß jede Glocke noch drei Mal angeschlagen. Die größte der drei Glocken wiegt 2, 5 Tonnen und der Klöppel nochmals 200 Kilo. Die Zahlen sprechen für sich, schwere Technik war nötig. Der Kran wog 33 Tonnen und kann eine ebensolche Last heben. Das Gerüst am Kirchturm ist an seiner höchsten Stelle 24 Meter hoch. Von allen beteiligten Mitarbeitern, Kranführer, Gerüstbauer und Glockenmonteure, war viel Fingerspitzengefühl gefragt. Um die Klangkörper aus der Glockenstube zu holen, musste ein kleines, gemauertes Fenster aufgebrochen werden. Die Glocken wurden zunächst neben der Kirche gelagert, bevor sie an ihrem endgültigen Standort den Friedhof verschönern.

Zu den Besuchern gehörten auch die beiden Initiatoren des neuen Geläuts für das Gotteshaus, Atzendorfs ehemaliger Pfarrer Michael Macha, der zu jener Zeit auch für Förderstedt zuständig war, und der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Bodo Messerschmidt. Ungefähr 100 Einwohner wohnten dem Ereignis direkt vor Ort bei, viele davon hielten das Geschehen im Bild fest.

Die gesamte Aktion war gestern in zwei Stunden erledigt. Die Monteure der Glockenbaufirma Beck aus Kölleda und der Kranführer von Brandt & Wangler aus Magdeburg arbeiteten reibungslos zusammen.

Nun muss zuerst der Glockenstuhl erneuert werden, bevor die neuen Glocken, die übrigens noch nicht gegossen sind, aufgehängt werden können. Die Witterungseinflüsse haben Holzboden und Balkenkonstruktion stark in Mitleidenschaft gezogen.

Außerdem wurden gestern die beiden Bronzeglocken der Turmuhr – sie schlagen zu Viertel- und vollen Stunden – von ihren Standorten auf das Podest gestellt. Sie sollen später das Geläut auf fünf Glocken erweitern. Ihre Funktion übernehmen jetzt voraussichtlich sogenannte Klangschalen, die außen an der Kirche angebracht werden.

Zu Pfingsten soll das Vorhaben abgeschlossen sein. Dann erklingen die neuen Glocken vom Turm herunter.