Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre ( CDU ) hat am Sonnabend beim ersten Neujahrsempfang des CDU-Ortsverbandes Staßfurt im Tillysaal den Stadtvätern und Bürgern, die um den Erhalt des örtlichen Krankenhauses kämpfen, den Rücken gestärkt.

Staßfurt. " Eine Krankenhausschließung ist ein Rieseneinschnitt. Denn was einmal geschlossen worden ist, bleibt geschlossen ", sagte der Minister vor rund 90 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Stadt.

In diesem Zusammenhang appellierte Dr. Daehre an die Verantwortlichen, sich an einen Tisch zu setzen und über die medizinische Grundversorgung in der Region Staßfurt zu sprechen. " Der Landkreis muss zeigen, dass er bei diesem Thema solidarisch umgeht und sollte am Ende eine Entscheidung treffen, mit der alle leben können ", sagte der CDU-Politiker. Der neue Landeskrankenhausplan soll im kommenden Jahr vom Landtag beschlossen werden.

Die Bürger müssten sich allerdings auch damit abfinden, dass nicht mehr an jedem Klinikstandort jede Leistung erbracht werden könne.

Auf die Bedeutung der Stadt eingehend, die durch die Eingemeindung von Förderstedt und Neundorf weiter gewachsen ist, sagte der auch für die Landesentwicklung zuständige Minister : " Staßfurt ist und bleibt Mittelzentrum. " Denn man könne die Kommune nicht zu einem Grundzentrum abstufen wie Förderstedt. " Macht was draus ", rief Daehre den Stadtvätern zu und erwähnte noch, dass Mittelzentren eine Umlandfunktion mit bestimmten Einrichtungen der Daseinsvorsorge erfüllen müssen. Dazu gehört nach Volksstimme-Recherchen auch ein Krankenhaus.

Zum Zusammenwachsen mit den neuen Ortsteilen gehören auch vernünftige Straßen, sagte der Minister. Als Negativ-Beispiel nannte er die sehr schlechte Verbindung von Wolmirsleben über Unseburg nach Staßfurt. " Diese Landesstraße haben wir mit im Fokus ", teilte der Verkehrsminister mit.

Positiv werde sich aus seiner Sicht auf Staßfurt auch der Ende 2011 geplante Lückenschluss der B 6 n zur A 14 bei Ilberstedt auswirken. Die Pläne für die Trassenführung der B 6 n, die in Richtung A 9 bei Dessau verlängert werden soll, seien bis hinter Köthen schon unter Dach und Fach. Der vierspurige Ausbau der B 81 zwischen Altenweddingen und Egeln-Nord soll ebenfalls Ende 2011 fertig werden.

Wichtig für Staßfurt sei auch die Ortsumgehung Schneidlingen, deren Planung schon sehr weit fortgeschritten sei und die kommen werde. Durch die Ost-Trasse rücke Staßfurt näher an die B 180 ran, so Daehre und stellte fest : " Wir haben noch viel an den Straßen zu tun. "

" Die Stadt hat eine neue Sporthalle einfach verdient. "

" Ganz einfach verdient " hat Staßfurt nach Einschätzung des Ministers aufgrund der Handball-Tradition der Stadt auch eine neue Sporthalle. " Sonst erkennen wir euch den Mittelzentrum-Status wieder ab ", fügte er mit einem Schmunzeln hinzu. Den Neubau möchte er gern noch erleben, sagte Daehre.

Lobende Worte fand der Minister auch für die Ergebnisse, die beim Stadtumbau in Staßfurt erreicht wurden. Diesen bezeichnete Daehre als gelungen. " Da kann man jeden einladen, sich das hier anzuschauen. Am Beispiel Staßfurts kann man Städten mit ähnlichen Bergbauproblemen in anderen Regionen Hoffnungen machen ", sagte der CDU-Politiker in Anspielung auch auf die Erfolge des IBAProzesses.

Er höre zwar auch kritische Stimmen, sagte der Minister, dem Oberbürgermeister und den Stadträten sicherte er in bezug auf den am Wendelitz geplanten Neubau aber zu : " Wir werden das zu Ende bringen. " Bei den IBA-Projekten werde nicht der Rotstift angesetzt, sei er sich auch mit seinem Kollegen, Finanzminister Jens Bullerjahn ( SPD ), einig. Daehre sprach sich dafür aus, in dem neuen Stadthaus am See auch die lange Geschichte des Kalibergbaus zu dokumentieren, dessen Wiege einst in Staßfurt stand.

Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) dankte dem Minister für sein Engagement. " Ohne Sie hätten wir in Staßfurt nicht das erreicht, was wir erreicht haben ", sagte das Stadtoberhaupt.

CDU-Stadtchef Marco Kunze dankte allen, die zum Gelingen des ersten Neujahrsempfangs beigetragen haben. Für die kommunalpolitische Arbeit in den nächsten elf Monaten des Jahres gab er den Stadträten eine Weisheit von SPD-Urgestein Erhard Eppler mit auf dem Weg : " Wichtig ist nicht die Größe der Schritte, sondern die Erkennbarkeit ihrer Richtung. "

" Wir sind auf einem guten Weg und werden gemeinsam dafür kämpfen ", bilanzierte der Landtagsabgeordnete Peter Rotter die ersten Impulse zum Erhalt des Klinikstandortes Staßfurt.

Als Ortsbürgermeister von Förderstedt konnte Rotter nach einem Gespräch mit dem Leiter des Revierkommissariates der Polizei, Dirk Brümmer, verkünden, dass die ehemalige Gemeinde Förderstedt ab dem 1. Februar von der Staßfurter und nicht von der Schönebecker Polizei betreut wird.