Staßfurt ( dw ). Das Staßfurter Salzlandtheater und sein neuer Leiter Norbert Viertel können weiterhin mit der Unterstützung aus der Politik in der Salzstadt rechnen. Michael Hauschild, Vorsitzender der Fraktion SPD / Grüne im Stadtrat und Ortsvereinsvorsitzender der Sozialdemokraten, sowie Karin Gründler ( SPD ), Chefin des Kulturausschusses, begrüßten jetzt den Theaterleiter, der am 11. Januar sein Amt offiziell antrat. Dabei sagten die Politiker Viertel zu, sich in ihrer Partei, aber auch in den poltischen Vertretungen der Stadt für das Salzlandtheater einsetzen zu wollen. " Wir möchten die Kultur in Staßfurt weiter fördern und unterstützen, auch unter den veränderten Bedingungen der aktuellen Haushaltssituation ", sagte Karin Gründler während des Gesprächs. Die Kulturausschussvorsitzende hat dabei den aktuellen Haushalt im Blick. Genaue Zahlen gibt es noch nicht, derzeit wird der Etat im Rathaus aufgestellt. Gründler befürchtet aber aufgrund der allgemeinen Entwicklung Steuereinnahmeausfälle und geringere Zuwendungen vom Land, die auch am Finanzgebahren der Stadt nicht spurlos vorübergehen werden. " Im Kulturausschuss und in der SPD / Grüne-Fraktion wollen wir uns dafür einsetzen, dass die freiwilligen Aufgaben, zu denen Sport und Kultur und damit auch das Salzlandtheater gehören, erhalten bleiben. Immer die Absicherung der Pflichtaufgaben im Blick, dürfen die freiwilligen Leistungen nicht verloren gehen, die das Leben in Staßfurt bereichern und als weiche Standortfaktoren von Bedeutung sind ", so Gründler. Wie genau der Kulturausschuss agieren wolle, könne sie erst sagen, wenn der Haushaltsplan stehe und beraten werde, so der Tenor im Gespräch.

Gleichzeitig, so die Ausschussvorsitzende, stehe und falle ein Angebot wie das Theater aber mit seinen Machern. In diesem Zusammenhang dankte sie gemeinsam mit Michael Hauschild den engagierten Ehrenamtlichen des Theaterfördervereins, der ehemaligen Theaterleiterin Beate Kramer für ihr Akzente setzendes Wirken und dem neuen Leiter Norbert Viertel, dass er die " reizvolle aber auch anspruchsvolle Aufgabe das Theater zu leiten " übernommen habe. Der Theaterchef erklärte bei dem Treffen, das Haus weiter als Kulturzentrum nicht nur für die Stadt beleben zu wollen. In der Phase des Kennenlernens und Einarbeitens sei es ihm wichtig, die lokalen Interessen und Akteure kennenzulernen, die eigenen Vorstellungen mit den Wünschen vor Ort zu verbinden. " Es gibt viele Impulse vor Ort und es muss nicht alles neu erfunden werden ", sagte Viertel. Das Theater wolle Angebote für viele Menschen schaffen und auch die neugierig machen, die dem Haus bisher ferner standen. " Es ist wichtig, auf vielfältige Besuchergruppen abzuzielen und viele Geschmäcker zu bedienen ", so der Theaterchef.

Ideen hat man bereits, in Gesprächen trägt Norbert Viertel oft Grundzüge davon vor und lotet die erste Resonanz aus. So auch bei dem Treffen mit Hauschild und Gründler. So könnte sich der Theaterleiter vorstellen, in Staßfurt eine regelmäßige Tanzveranstaltung für alle Altersklassen zu etablieren, damit die Menschen an das Haus zu binden und die Zusammenarbeit mit dem Theatercafé auszubauen.

Die SPD-Politiker regten an, auch die Zusammenarbeit mit dem Salzlandcenter zu erweitern und stärker regionale Gruppen und Vereine etwa beim Theaterball einzubeziehen, um Theater einer breiten Klientel, und nicht nur der gut situierten, zu ermöglichen. Norbert Viertel erklärte, dass es dazu schon Gespräche zwischen Förderverein und Verwaltung gegeben habe, Sozialschwachen die Türen noch weiter zu öffnen.

Der Theaterleiter denkt bei der Programmgestaltung auch an die Wiederbelebung von Kinovorführungen, vielleicht mit Wunschfilmen. " So haben die Menschen das Gefühl, gefragt und wahrgenommen zu werden. " Diese Idee fand auch die Zustimmung der beiden Politiker.

Auch die Außenwirkung des Hauses will der Theaterleiter vergrößern, dabei mit den " Pfründen wuchern, die man hat ". Viertel denkt an den historischen Tillysaal, der reizvolles Ambiente für Tagungen sein kann, oder an die Galerie, die in den 50 er Jahren erstes Zimmertheater der DDR gewesen sei, so ein Hinweis des ehemaligen Theaterleiters Horst Jürgens an seinen Nachfolger. " Das muss man bekannt machen und Leute dafür interessieren. "

Das Interesse der Politik, so Gründler, sei jedenfalls noch lange nicht erschöpft, im Kulturausschuss finde Viertel immer ein offenes Ohr. Das Gremium wird seine Februar-Sitzung im Theater abhalten. Dann will Norbert Viertel sich und das Haus vorstellen.