Wahrlich meisterhaft ging es beim Silvesterkarpfenlauf der Zentralen Landsportgemeinschaft ( ZLG ) in Atzendorf zu. Neben den Läufern startete auch eine Gruppe der Salzland-Nordic-Walker. In ihren Reihen der Güstener Werner Steinsdörfer, Vizeweltmeister im Nordic Walking in seiner Altersklasse, und Gudrun Staedtke, Drittplatzierte ihrer Altersklasse bei den Weltmeisterschaften.

Atzendorf. Beiden ist noch der großartige Wettkampf im österreichischen Petzen bildlich in Erinnerung. Denken sie an das Sportevent zurück, fühlten sie wieder ihre Knochen und die Anstrengungen des Laufs im Herbst, sagt Gudrun Staedtke. Eine Herausforderung der ganz anderen Art ist da der Silvesterkarpfenlauf in Atzendorf. Beide nehmen sie gern an. Denn : " Walken ist wie eine Droge für mich ", sagt die 62-jährige Hecklingerin. Aus diesem Grund lässt sie es sich auch nicht nehmen, beim ZLG-Lauf mitzumachen. Angefangen hat Gudrun Staedtke vor einigen Jahren mit dem Sport, als es ihr gesundheitlich nicht so gut ging. " Damals wurde mir viel Bewegung an der frischen Luft empfohlen ", sagt sie. Dass daraus einmal ein richtiges Hobby wird, von der Hecklingerin mit Ernst und Ausdauer betrieben, hat sie selbst in der Anfangszeit ihrer Walkerkarriere nicht gedacht. Heute ist es ihr wichtig, in Bewegung zu bleiben und etwas für die Gelenke, die Ausdauer, die Gesundheit zu tun. So läuft Gudrun Staedtke jeden Tag ihre 15 bis 25 Kilometer von Hecklingen über Gaensefurth am Löderburger See vorbei Richtung Athensleben und Unseburg. " Und das bei Wind und Wetter ", sagt sie, gibt aber auch zu, dass sie sich genau wie am Anfang immer selbst motivieren muss. Belohnt wird Gudrun Staedtke dann mit dem " guten Gefühl, etwas für sich selbst gemacht zu haben ".

In Atzendorf lief die Hecklingerin die große Strecke über siebeneinhalb Kilometer - wie es sich für eine Meisterin gehört. Daneben gab es seit einigen Jahren Touren über 1000, 2000 und 4500 Meter. " Der Silvesterkarpfenlauf soll möglichst viele Interessiere ansprechen. Deshalb die verschiedenen Runden ", sagt ZLG-Vorsitzender Günter Döbbel. Seine Erfahrung ist aber, dass die Leute eher mehr laufen wollen.

Der Silvesterkarpfenlauf hat, so der Vorsitzende, in Atzendorf schon eine richtige Geschichte. In den 1970 er Jahren wurde die Veranstaltung ins Leben gerufen. Damals blühte auch im Altkreis Staßfurt die Laufbewegung auf. Es gab bespielsweise einen Triathlon, organisiert von Lothar Maruhn und Ingo Müller.

In allen Orten wurden Rennen rund um den Neujahrstag veranstaltet. So auch in Atzendorf. Der Lauf war eine Zeit lang sogar Pflichtveranstaltung für Schüler und Vereine.

Nach einer ruhigeren Phase griff Wolfgang Zander den Lauf 1989 wieder als Tradition auf. Seitdem gibt es ihn jedes Jahr, für Läufer und Walker. Dabei geht es nicht um Bestplatzierungen. " Wir lassen mit dem Silvesterkarpfenlauf das sportliche Jahr ausklingen und möchten diejenigen animieren, die nach Weihnachten ein paar Pfunde loswerden wollen ", sagt Döbbel.

So kommt es auch, dass jeder eine Chance auf die fünf heiß begehrten Karpfen hat. Die gehören nämlich nicht obligatorisch zur schnellen Laufzeit dazu, sondern werden unter allen Teilnehmern verlost.