Mit einem deutlichen Besucheranstieg beendete der Tiergarten Staßfurt das Jahr 2009. Rund 7000 Besucher mehr als 2008 wollten die liebevoll gepflegte Anlag sehen, sagte Leiterin Bianka Ziem.

Staßfurt. Der Tiergarten Staßfurt ist immer einen Besuch wert. Auf dem sechs Hektar großen Gelände wird zurzeit wieder umgebaut. Die Tiere sollen artgerechter gehalten werden, sagte Leiter Bianka Ziem. Ihr gehe es weniger um Masse, als um Klasse. 74 Arten zeigt der Tiergarten. 480 Tiere stehen in den Gehegen.

Äußerst erfolgreich ist außerdem die Nachzucht der Tiere. Bianka Ziem ist stolz auf ihre Zuchtergebnisse. Vermehrten sich 2008 ganze 16 Arten und brachten 35 Nachkommen zur Welt, waren es 2009 schon 68 Geburten bei 20 Arten. " Darüber bin ich besonders froh ", meint sie. Die Aufzucht kleiner Tiere mache ihr besonders viel Freude. Längst nicht alle Nachkommen können auch im Tiergarten bleiben. Viele Tiere werden an andere Zoos und Tierparks abgegeben. Erstmals gelang den Staßfurter Tierpflegern in diesem Jahr die Aufzucht von Straußenwachteln. Die kleinen und etwas unscheinbaren Vögel lassen sich nicht einfach vermehren. Der Zuchterfolg war deswegen umso schöner, ist die Tiergartenchefin überzeugt.

17 behinderte Menschen kümmern sich täglich um das Wohl der Tiere. Dazu kommenden noch einmal sieben festangestellte Beschäftigte. In Trägerschaft der Lebenshilfe Bördeland hat sich der 1954 gegründete Tiergarten gut entwickelt, schwärmt Bianka Ziem. Jährlich werde in den Tiergarten investiert.

Dabei hilft ihr ein Konzept zur Ausrichtung der Anlage. " Seltene Tiere haben bei uns keine Priorität ", räumt sie ein. Der Schwerpunkt liege auf einer ansprechenden Präsentation des Tierbestandes und einer artgerechten Haltung, erklärt sie weiter. Alle Tiergehege sind artgerecht eingerichtet. Einige Tierarten werden aber in der Zukunft noch mehr Platz bekommen, wie beispielsweise die bei den Besuchern beliebten Erdmännchen. Kaum ein Zoo verzichtet inzwischen auf die possierlichen Tierchen, die in großen Familien unter der Erde in Höhlen wohnen. Bei den Erdmännchen ist immer etwas los. Selbst an kalten Wintertagen kommen sie aus ihrem Bau und legen sich dann gern unter die warmen Strahler. Eines der Tiere passt aber immer auf und beobachtet den Himmel ganz genau. Zeigt sich ein Raubvogel, wird die Familie gewarnt und alle verschwinden unter der Erde, beschreibt Bianka Ziem das Verhalten der Tiere.

Zwar können die Besucher die Tiere nicht streicheln, dennoch baut der Tiergarten in seinem Konzept auf den unmittelbaren Kontakt zwischen Tier und Mensch. Viele Gehege sind so angelegt, dass die Besucher durch die Gehege laufen können. Vor allem die Kinder sind von den Tierkontakten begeistert. Bewusst wurde ein Gehege wie ein Bauernhof mit allen dort typischen Haustieren gestaltet. Dadurch erfahren die Kinder, erklärt sie, wie es einst auf den Höfen ausgesehen hat.

Sicher hinter einem festen Zaun sind dagegen die Leoparden untergebracht. Die Raubkatzen mit dem wunderschön gemusterten Fell sehen zwar relativ harmlos aus, sind es aber nicht, weiß Bianka Ziem. Hier gilt die höchste Sicherheitsstufe im Tiergarten, unterstreicht sie. Ein Pfleger wurde von den Raubkatzen schon einmal angefallen. Das soll sich nicht wiederholen, wünscht sie sich.

Ein Besuchermagnet sind auch die Vogelvolieren, die von Frühling bis Herbst von den Besuchern durchwandert werden können. Zurzeit sind die Käfige für die Besucher gesperrt. Denn die wärmeliebenden Tiere kommen nachts in ein festes Gebäude und sind deswegen nach ihren Arten getrennt, schildert sie weiter. Im Frühjahr könne sich aber jeder wieder die Papageien und Sittiche aus der Nähe ansehen, kündigt sie weiter an.

Um noch mehr Besucher in den Zoo zu locken und vor allem Kinder für die Tierwelt zu begeistern, entsteht im kommenden Jahr ein grünes Klassenzimmer. An warmen Tagen können die Lehrer dann den Unterricht in den Tiergarten verlegen und im Schatten das Wissen vermitteln.

Außerdem will der Tiergarten im Jahr 2010 weiter die Besucherzahl erhöhen. " Wir hoffen natürlich, dass wir die 60 000 er-Grenze überschreiten und uns noch mehr Leute regelmäßig über die Schulter schauen ", sagt sie weiter. Im abgelaufenen Jahr zählte die Einrichtung rund 58 000 Gäste, betont sie. Mit neuen Attraktionen hofft sie, dass die Zahl der Besucher ansteigen werde.

Im Winter lohnt sich auch ein Rundgang durch das Gelände. Zwar versuchen viele Tiere das kalte Wetter durch Schlafen zu ignorieren. Auf dem gesamten Gelände sind für die Familien kleine Märchenhäuser aufgebaut. Viele bekannte Märchen sind hier zu sehen.

Nach der Besucherpause zum Jahreswechsel ist die Anlage jetzt wieder in der Zeit von 9 bis 16 Uhr täglich geöffnet, sagte Bianka Ziem.