Das Kleinmühlinger Radsportmuseum " Course de la Paix " hat gestern Besuch von einem großen Rennradsportler bekommen. Karl-Heinz Kazmierczak gehörte von 1960 bis 1969 zur DDR-Nationalmannschaft. Den Prämienpokal einer Etappe seines größten Erfolges gab er nun in die Hände von Museumschef Horst Schäfer.

Kleinmühlingen. 1966 gewann erstmals ein Deutscher das 285 Kilometer Radrennen Prag-Karlsbad-Prag. Karl-Heinz Kazmierczak, genannt die " Katze ", ist nach 7, 5 Stunden als erster ins Ziel gefahren, fast eine Stunde vor seinem Verfolger Jan Smolik ( CSSR ). " Katze " galt als ein Bergspezialist. " Ich hatte vor dem Aufstieg nach Karlovy Vary großen Rückstand, dachte an das gute tschechische Bier und schon wurde es besser ", erinnert sich der heute 69-Jährige. Nur die Gedanken daran zählten, denn die Aufnahme von Flüssigkeit während des Fahrens galt damals im Radrennsport als ein Zeichen von Schwäche. " Wie jeder heute weiß, eine grundverkehrte Einstellung, doch das war damals so ", sagt Kazmierczak. Dagegen habe es nie einen Mangel an vitaminreichen Bananen und Orangen gegeben.

In Ramsin im damaligen Kreis Bitterfeld geboren, trat er 1958 einem Leipziger Sportklub bei. Seine Leistungen überzeugten und er war in der Auswahl Straßenrennsport der DDR. Er nahm an Weltmeisterschaften teil, gewann 1965 die Holland-Rundfahrt. Sein Aussehen ließ damals Frauenherzen höher schlagen. Sein Trainer soll einst gesagt haben : " Er ist zu schön zum Radrennen fahren. " Nach 105 Kilometer gewann er die Bergprämie von Karlsbad in Form eines gravierten Pokals aus Kristallglas.

" Hier ist die Prämie gut aufgehoben ", sagt " Katze " in Richtung Museumschef Horst Schäfer. Beide hatten sich vor zwei Jahren in Leipzig auf der Messe kennengelernt. " Ich freue mich sehr über den Pokal, der unsere Ausstellung bereichert und für unsere Besucher zu sehen ist ", sagt Horst Schäfer.