Leopoldshall ( hcz ). " Salzfieber " nannte man wohl definitiv die Situation Mitte des 19. Jahrhunderts in Leopoldshall, ähnlich der bekannten Goldgräberstimmung. Die Kaliförderung nach Inbetriebnahme der ersten beiden Schachtanlagen Leopoldshall I und II sowie die Entwicklung der chemischen Industrie führte zu einem rasanten Anstieg der Bevölkerungszahlen. Innerhalb 50 Jahren entstand eine völlig neue Stadt. Als sich die Gemeinde 1873 bürgerlich aufbaute, schätzte man den Bau einer Kirche als dringend erforderlich ein. So erfolgte im April 1874 der erste Spatenstich, am 28. Mai 1874 wurde der Grundstein für die St .-Johannis-Kirche gelegt. Der sakrale Bau wurde bereits zwei Jahre später im Februar eingeweiht. Er hatte einen über 40 Meter hohen Turm und gehörte wegen seiner reichhaltigen Bilder zu den schönsten Kirchen Anhalts. Der erste Pastor war Franz Schneppel. Auch Emil Baumecker war hier tätig. Dieser setzte sich besonders auch als Landtagsabgeordneter verdienstvoll für die Entwicklung Leopoldshalls ein. Die nun fast 134 Jahre alte Kirche bildet immer noch den Mittelpunkt von Leopoldshall. Die Kirchengemeinde gehört heute noch zum Gebiet der Evangelischen Landeskirche Anhalt. Nach einer umfangreichen Innensanierung in den letzten Jahren befindet sich der Kirchenraum in einem sehr schönen Zustand. Auch der Außenbereich wurde seit Bestehen mehrfach gestaltet.