Minusgrade, Eis und Schnee – der Winter zeigt sich in voller Pracht, sorgt aber auch für Probleme. Der Wasser- und Abwasserzweckverband ( WAZV ) Bode-Wipper in Staßfurt kämpft gegen Wasserrohrbrüche. Im Abwasserbereich, so die Verantwortlichen, gebe es dagegen keine Probleme.

Staßfurt. Viel Arbeit gibt es zurzeit im Meisterbereich Rohrnetz beim WAZV Bode-Wipper in Staßfurt. " Die Mitarbeiter sind fast rund um die Uhr im Einsatz, um Rohrschäden zu beseitigen ", sagt Dr. Joachim Rosenthal, Geschäftsführer des Verbandes. Allein am Dienstag gab es vier Rohrbrüche, Höhepunkt einer ganzen Serie, der größte von ihnen in der Jakobsgrube. " Die Ursachen in diesem Fall können wir uns nicht genau erklären, denn die Rohre liegen hier drei Meter tief in der Erde. " Bei den anderen Havarien sei dagegen eindeutig der Frost verantwortlich. Marode, so Rosenthal, seien die Netze nicht, aber die extremen Minusgrade würden das Material auf eine harte Belastungsprobe stellen und an manchen Stellen die Brüche verursachen. Betroffen, so der WAZV-Chef, seien alle Bereiche, der öffentliche Straßenraum wie auch Häuser und Wohnungen.

Rosenthal befürchtet, dass sich viele Schäden erst zeigen werden, wenn der Frost vorbei ist und der Schnee schmilzt. " Dann dehnt sich das Wasser noch einmal aus, der Druck auf die Leitungen erhöht sich. "

Der Verband hat sich auf den Winter eingestellt und setzt das Personal entsprechend ein. Die Mitarbeiter des Meisterbreichs Rohrnetz sind allesamt im Einsatz, um auftretende Schäden schnell zu orten und zu beheben. " Andere, sonst üblicherweise anfallende Arbeiten sind erstmal zurückgestellt ", erklärt Rosenthal.

Er bittet auch die Bevölkerung, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um Schäden am Wasserleitungsnetz vorzubeugen. Besondere Sorgfalt sollte dabei auf die Wasseruhren und die unmittelbar anschließenden Amaturen gelegt werden. " Sie sind die sensibelsten Stellen ", sagt der Bode-Wipper-Geschäftsführer. Rosenthal rät daher, Kellerfenster dicht zu machen. Sie könnten mit Kunstoff oder Holz verschlossen

werden. Mit Stroh könnten zusätzlich

Zähler und Rohre geschützt werden, erklärt Rosenthal. " Mit einfachen Mitteln können größere Schäden verhindert werden. "

Die Probleme im Wasserbereich gelten für das Abwasser nicht. " Hier läuft alles relativ normal ", sagt der WAZV-Chef mit dem Hinweis darauf, das lediglich Pumpen ausfallen würden, es aber nicht zu Schäden komme. Auch in der Kläranlage des Verbandes zwischen Staßfurt und Hohenerxleben läuft alles nach Plan. Mit Einfrierungen sei hier nicht zu rechnen, weil das Abwasser eine gewisse Eigentemperatur besitze. Aber : " Bei den Minusgraden arbeiten die Bakterien in der Anlage etwas träge ", so Rosenthal. Aus diesem Grund habe man schon vor dem Wintereinbruch vorsorglich Maßnahmen getroffen und dem Klärprozess zusätzliche Stoffe zugeführt.

Der WAZV-Chef macht in diesem Zusammenhang gleich klar, dass es dafür Vorgaben gebe, die einzuhalten sind, damit das gereinigte Wasser dann in die Bode abgeführt werden könne. " An diese Auflagen und Qualitätsstandards halten wir uns nach wie vor. Die Werte liegen alle im grünen Bereich ", so Rosenthal.