Staßfurt. Die sibirische Kälte packte gestern wieder so richtig fest zu. Kein ideales Wetter für den Wochenmarkt. Bei Temperaturen im zweistelligen Minusbereich packten dennoch ganz hartgesottene Händler ihre Fahrzeuge und rollten auf den Benneck ‘ schen Hof. Weit weniger als bei normalen Temperaturen, wenn um die 30 Gewerbetreibende ihre Ware hier feilbieten. Neun Händler erwiesen sich als winterfest. " Wir wollen doch unsere Kunden nicht enttäuschen. Außerdem ist die Konkurrenz ziemlich groß ", erklärt Erhard Sperling. Heiße Brühe und " warme Gedanken " würden ihm helfen, die widrigen Verhältnisse an der frischen Luft zu ertragen, verrät der Wurstund Fleischwarenhändler aus Neugattersleben seine Überlebensstrategie.

Und der Einsatz wird belohnt, zumindest von einigen treuen Kunden, die trotz bitterer Kälte den Weg zum Markt fanden gestern. " Für mich ist der Marktbesuch jeden Dienstag und jeden Freitag selbstverständlich ", so Kornelia Herzog, " Egal ob ‘ s regnet oder schneit, ich hole mir immer was von dem Bäcker, bei dem es mir schmeckt. "

Frische und Qualität sind es auch, die Margrit Kirchmeier den Weg nach draußen nicht scheuen lässt. Und Ursula Häuser nimmt den Markttag immer zum Anlass, gleich auch andere Einkäufe in der Stadt zu erledigen. " Wenn das Auto einmal draußen ist, werden gleich alle Wege verbunden ".

Ute Knabe sieht gar keine andere Möglichkeit, als dem Winter zu trotzen. " Wir müssen einfach raus, wenn wir drinnen bleiben, verdienen wir nichts. Und Krankenkasse und Rentenversicherung wollen jeden Monat bezahlt sein ", meint die Fischhändlerin aus Schönebeck frohgemut.

Bei aller Kälte, die herzliche Nachbarschaftshilfe hat bislang noch nicht darunter gelitten, wie Antje Einecke im Bäckerauto aus Neundorf beweist. " Ich habe eben einen unserer beiden Heizstrahler den Frauen vom Fleischerwagen nebenan geborgt. Ihrer war kaputt ", sagt die Verkäuferin aus Neundorf wie selbstverständlich und freut sich schon auf ihren nächsten heißen Tee.