Calbe / Schönebeck / Staßfurt.

Das Jahr 2009 hatte einige Besonderheiten. Das Jahr war zu feucht und kälter als gewohnt. So fielen die Durchschnittstemperaturen der letzten drei Jahre um jeweils 0, 8 Grad Celsius ab. Kontinuierlich gemessen wurden in Calbe 2007 : 11, 6 ; 2008 : 10, 8 und 2009 : 9, 9 Grad Celsius. Die Zeitintervalle erfolgten im zehnminutigen Rhythmus über die drei Jahre und es wurde der jährliche Mittelwert gezogen. Das passt eigentlich gar nicht in die Vorstellung vom allgemeinen Klimawandel ! Oder vielleicht doch ? Wir werden sehen.

Zu den einzelnen Monaten : Der Januar 2009 fiel aus dem sich seit einiger Zeit ausprägenden Bild des zu milden Hochwinters und entsprach eher " altväterlichen " Vorstellungen. Mit minus 2, 1 Grad Celsius waren alle 31 Tage recht kalt. Nach vielen Jahren hatten wir wieder einmal einen richtigen Winter, der im Februar mit einem ständigen Auf und Ab anhielt.

Mit der zu erwartenden längeren Sonnenscheindauer, war der März zwar heller als im Vormonat, aber trotzdem gab es insgesamt für einen Vor- und Erstfrühlingsmonat zu viel Bewölkung und Regen. Kurz : Das Wetter im März hatte kaum jemanden erfreut ! Gartenarbeiten verschoben sich um fast einen Monat weiter.

Anfang April passte alles noch mit den statistischen Vorgaben überein ; dann aber stimmte nichts mehr, vom sonnenhungrigen Menschen aus gesehen, allerdings im positiven Sinne, kam der " Blitzfrühling ". Es war ein Bilderbuch-Mallorca-Monat,

der jedoch nicht so richtig den Vorstellungen der Landwirte entsprach. Das Temperaturniveau entsprach der letzten Mai-Dekade, über weite Zeiträume sogar der ersten Junihälfte.

Der Mai war nass, aber nicht kalt. Einige Tage konnten sogar als sommerlich gelten. Die Eisheiligen besuchten uns nur andeutungsweise. Allerdings gab es neun Gewitter gleichmäßig über den Monat verteilt. Durch Wärme und ausreichende Wasserversorgung wuchs alles prächtig, was die Landwirte und Kleingärtner erfreute. Weithin am Wegesrand leuchtete der Klatschmohn und die Holunderblüte setzte ein, ein untrügliches Zeichen für den Frühsommer. Allerdings störte da die sehr intensive und lästige Pappelblüte, die ihre weißen Flocken durch die Luft wirbelte.

Bekannt ist der Juni für seine fast regelmäßig auftretende Schafskälte, da auch zu dieser Jahreszeit immer noch Kälteeinbrüche aus den Polarregionen zu uns vordringen können. Die Schafskälte kam im Juni 2009 gleich im Dreierpack über den gesamten Monat verteilt.

Wie so oft werden Ende Juni die Weichen für den Sommer gestellt. Da zu diesem Zeitpunkt bereits unbeständiges Wetter herrschte, sagen die alten Wetterregeln sinngemäß : " Regnet ‘ s am Siebenschläfertag ( 27. 6. ), so regnet ‘ s sieben Wochen nach ". Die Meteorologen sind der festen Ansicht, dass sich Ende Juni regelmäßig eine Großwetterlage einstellt, die dann längere Zeit anhält. Das ständige Auf und Ab, oder die " Achterbahn der Gefühle ", begleitete uns im Juli. Der August war sehr niederschlagsarm. Tiefausläufer hielten sich nur wenige Tage. Viel Sonnenschein und sehr sommerliche Temperaturen hatte der August aufzuweisen. Die zahlreich durchziehenden Tiefs waren zu schwach ausgeprägt und hinterließen kaum Regen. Doch am 21. August regnete es nach 6 Wochen zum ersten Mal richtig.

Der September zeigte sich von seiner warmen und strahlenden Seite und regte zu Unternehmungen an. Da es aber seit Mitte des Monats nicht mehr regnete, war er auch zu trocken. Der Altweibersommer setzte viel früher ein.

Der Oktober 2009 war zu feucht und zu kalt, kurz und gut, er war ein vorgezogener November. Die Regenmenge erreichte mit über 18 Regentagen, mehr als das Doppelte des langjährigen Mittelwertes. Ein Sturmtief über Polen brachte in der Monatsmitte kalte Luft heran. Vom 20. Oktober an mussten die Autofahrer ihren Eiskratzers einsetzen. Der November war als Spätherbst ungewöhnlich warm und feucht. Er verhielt sich eigentlich so, wie der Oktober sein sollte. Das Wetter lässt sich eben für uns immer wieder etwas Neues einfallen. Damals war schon anzunehmen, dass der kommende Winter sehr hart werden würde.

Der Dezember begann mit einer Kette von Tiefdruckgebieten, die nur selten von kleinen Zwischenhochs unterbrochen wurde. Es regnete viel. Als sich die Tiefs nach Osten entfernten, wurde kalte Luft aus nördlichen Breiten herangeführt. Pünktlich am 12. Dezember stellte sich die Wetterlage auf eine frühwinterliche Situation um. Nun kam aus Nordost arktische Luft in unsere Breiten. Bald schneite es, und besonders die Nächte wurden rekordverdächtig kalt. Am 21. Dezember schwenkte das Wetter auf eine Südwestlage um, so dass pünktlich das berühmte Weihnachtstauwetter einsetzen konnte. Der Schnee kam erst am 30. Dezember zu uns zurück. Die Wetterlage stellte sich zum Monatsende total um. Statt des gewohnten " Islandtiefs " gab es nun ein " Islandhoch ". Damit gelangte sibirische Luft ohne Umwege zu uns, und es wurde immer frostiger. Eine ausgedehnte, über der Mitte Deutschlands liegende Front, brachte in den letzten beiden Tagen des Monats immer mehr Schnee. Den Rest kennen wir ja bereits.