Die anhaltenden Minusgrade und der neuerliche Schneefall, verursacht durch das Tief " Daisy ", fordert die Mitarbeiter des Winterdienstes im Staßfurter Stadtpflegebetrieb. Momentan ist " nur " Räumen angesagt, der Eigenbetrieb wartet auf Streusalzlieferungen.

Staßfurt. " Wir haben seit dem 26. Dezember kein Salz mehr ", sagt Rainer Busse, Leiter des Stadtpflegebetriebes. Zwar gebe es noch Streugut für gefährliche Stellen wie die Schlachthofbrücke oder wichtige Zufahrten. Doch die Rationen, mit denen die Straßen großflächig behandelt werden könnten, seien aufgebraucht. Dem Stadtpflegebetrieb, so Busse, gehe es wie vielen anderen Winterdiensten : Warten auf Nachschub ist angesagt. " 100 Tonnen Streusalz waren eingelagert ", sagt der Eigenbetriebschef. Aber der heftige und anhaltende Winter habe dafür gesorgt, dass die Reserven, die erfahrungsgemäß ausreichten, fast zur Gänze aufgebraucht seien. " Im Lager gibt es noch Salz. Das bewahren wir aber als Vorrat auf, falls es bei Tauwetter zur Glatteisbildungen kommt. " Eigens neu eingelagert wurde dafür auch Streusand und Splitt. Doch die Wirkung sei hier nicht so effizient wie beim Salz, erklärt Busse. " Vorschläge, das Salz nicht aus Bernburg zu holen, sondern aus Zielitz, immer wieder in der öffentlichen Diskussion, sind wenig hilfreich. Denn aus Zielitz kommt Düngesalz, dass sich zum Streuen nicht eignet. "

" Winterdienst ist

generalstabsmäßig

organisiert "

Im Einsatz ist der Stadtpflegebetrieb dennoch. " Die Mitarbeiter beobachten ständig die Wetterlage und rücken bei Schneefall sofort aus. " Zum ersten Mal war das bereits in der Nacht von Freitag auf Sonnabend so. Seitdem sind ständig sechs Fahrzeuge und zwölf Mitarbeiter pro Schicht im Einsatz. Zwei Schichten gibt es, wenn erforderlich ausgedehnt auf bis zu zwölf Stunden – mit den nötigen Pausen versteht sich.

" Der Winterdienst ist generalstabsmäßig organisiert ", sagt Rainer Busse. Eine sogenannte Winterdienstliste setze Dringlichkeitsstufen fest. " Die Hauptstraßen befinden sich in Trägerschaft des Landes oder des Kreises, die ebenfalls beräumen. Der Stadtpflegebetrieb kümmert sich um die kommunalen Wohn- und Sammelstraßen in der Innenstadt und den Ortsteilen ", so der Leiter. Das seien Wege, auf die kleinere Straßen zuführten und die stärker von Fußgängern oder Fahrzeugen frequentiert würden.

Vorrang habe das Freischieben der Zufahrtswege zum Krankenhaus, zu den Feuerwehren und zu Bushaltestellen. Maschinell und per Hand. In der Nacht zu heute sind verstärkt die Wege zu Schulen und wichtigen Behörden beräumt worden.

Beim Schneeschieben, so der Eigenbetriebsleiter, müssten die Fahrer nicht nur auf parkende Autos und den rollenden Straßenverkehr achten – ein Grund auch, weshalb viel in der Nacht und den frühen Morgenstunden gearbeitet wird – sondern auf umsichtiges Räumen, damit sich auf den Fahrbahnen kein Glatteis bilde – hier wird der Salzmangel besonders spürbar.

Schneit es nicht, räumen die Einsatzkräfte die angehäuften Schneemaßen an den Straßenrändern weg. Dazu sind Radlader im Einsatz, mit deren Hilfe der Schnee auf Transporter geladen und dann weggefahren wird. " Gerade mit dem Ausblick auf weiteren Schneefall muss auch das immer wieder gemacht werden, um Platz zu schaffen. " Froh ist Busse, dass die Technik im Stadtpflegebetrieb auf dem neuesten Stand ist, man mit ihr und dem Personalbestand den Winterdienst des Bauhofes Förderstedt unterstützen kann.

" Alles auf einmal

geht einfach nicht "

Alle die Mitarbeiter seien hoch motiviert. Dennoch : " Alles auf einmal geht einfach nicht ", muss auch der Pflegebetriebsleiter eingestehen. Er hat Verständnis für die Beschwerden, die am Telefon auf seinem Schreibtisch eingehen und bittet die Bevölkerung um Verständnis. Denn unbestritten ist, dass sich der Winter im Vergleich zu den Vorjahren von einem ungeahnten Ausmaß zeigt – auch wenn am Wochenende der vorhergesagte Schneesturm glücklicherweise ausblieb.