Die ersten Musikschulen im Land Sachsen-Anhalt erhielten ihr Zertifikat zur staatlichen Anerkennung. Hinter den Bildungseinrichtungen liegt ein einjähriger Qualitätsmanagement-Prozess. Unter den anerkannten Schulen befinden sich auch die Kreismusikschule des Salzlandkreises mit ihren Standorten in Aschersleben, Schönebeck und Staßfurt sowie die Musikschule Bernburg.

Staßfurt. Staatlich anerkannte Musikschule im Land Sachsen-Anhalt darf sich die Kreismusikschule im Salzlandkreis jetzt nennen. " Wir sind sehr froh über das Zertifikat ", sagt Dieter Giesemann, Leiter der Einrichtung. Mit dem erworbenen Qualitätsnachweis gehöre man zu den ersten, deren Arbeit geprüft und orientiert an aktuellen Standards bewertet wurde. Die Musikschule, so ihr Leiter, wolle sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen. " Das, was jetzt ermittelt wurde, muss weiter gelebt und gepflegt werden. " In der täglichen Arbeitsorganisation müssten alle Mitarbeiter stets Bezug auf das erreichte Leistungsniveau nehmen und die gemachten Verbesserungsvorschläge im Kopf haben. Die Kreismusikschule finde aber, so Giesemann, ein gutes Vorbild in der Kreisvolkshochschule. Diese Bildungseinrichtung habe bereits ein Qualifizierungsverfahren hinter sich gebracht.

Ein Jahr besonders harte Arbeit liegt hinter der Kreismusikschule. Das neue Landesgesetz hat den Musikschulen auch die Möglichkeit eingeräumt, sich die eigene Arbeit zertifizieren zu lassen. Über ein Jahr arbeitete ein Steuerungsteam, bestehend aus Leitungspersonal, Verwaltungsangestellten und Lehrkräften, daran. Unterstützt wurden die Musikschulmitarbeiter von Uwe Raschen als Mediator. Er ist Leiter der Musikschule Stade. Sein Haus hat das Verfahren schon hinter sich. Der Verband der Deutschen Musikschulen ernannte diesen Betreuer, der den Salzländern stets mit Rat und Tat zur Seite stand und die Einhaltung der notwendigen Arbeitsschritte überwachte.

Nach vergleichbaren Modellen aus der Wirtschaft und der Europäischen Gesellschaft für Qualitätsmanagement, das vom Fachverband speziell auf die Belange der Musikschulen übertragen worden ist, bildete eine Selbsteinschätzung durch das Steuerungsteam nach vorgegebenen Kriterien den Kern des Qualitätsmanagements. Dabei wurden alle Bereiche des Hauses – von der Leitung, über die Organisation bis hin zum Unterricht – auf Herz und Nieren geprüft. Auch Musikschüler – und ihre Eltern kamen dabei zu Wort. Zahlreiche Merkmale guter Musikschularbeit ermöglichten eine Einstufung in ein konkretes Qualitätsstadium.

Die Erhebung sollte den aktuellen Stand der Bildungseinrichtung einfangen. Ziel war es, Gutes zu betonen und da nachzujustieren, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Grundlage ist das Musikschulgesetz in Sachsen-Anhalt. Es legt Kriterien fest, wie eine Musikschule aufgestellt sein muss, damit beispielsweise der leistungsorientierte Unterricht im Stufensystem finanziell gefördert wird. " Dazu muss eine gewisse Bandbreite angeboten werden ", erklärt Giesemann. Dabei geht es um die Vielfalt der Instrumente und den Leistungsunterricht nach Lehrplänen des Verbandes Deutscher Musikschulen.

Der Blick richtet sich in die Zukunft : Das Steuerungsteam entwickelte ganz konkrete Verbesserungsvorschläge für die Musikschule in den Folgejahren. " Darin enthalten sind unter anderem betriebsinterne organisatorische Verbesserungen, Fragen der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation sowie Maßnahmen und gemeinsame Veranstaltungen, die das Zusammenwachsen der Standorte der Kreismusikschule fördern ", erklärt Giesemann.

In vier Jahren stellt sich die Musikschule erneut einer Qualitätskontrolle.