Ab dem kommenden Schuljahr gibt es für die Gymnasien in Trägerschaft des Salzlandkreises keine festen Schuleinzugsgebiete mehr. Das beschloss der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung in Staßfurt mit einer Gegenstimme bei zwei Enthaltungen.

Staßfurt. Diese Neuregelung betrifft das Carolinum in Bernburg, das Friedrich-Schiller-Gymnasium Calbe ( Saale ), den Standort Egeln, das Dr. Carl-Hermann-Gymnasium Schönebeck ( Elbe ) und das Dr .-Frank-Gymnasium Staßfurt. Bislang waren die Grundschulen im Umfeld den Gymnasien fest zugeordnet, so dass die Eltern keine Wahl hatten, an welchem Standort ihr Kind eine weiterführende Schule besuchen kann.

Die Stadt Aschersleben, die ein Gymnasium in eigener Trägerschaft führt, ist von der Landkreisverwaltung aufgefordert worden, dazu Stellung zu nehmen.

Wie die zuständige Landkreis-Dezernentin Petra Czuratis informierte, habe die Kommune mitgeteilt, dass sie auf Gastschulbeiträge verzichten werde. Zudem strebe sie an, dass auch die Einzugsbereiche für die Sekundarschulen geöffnet werden.

Wie sich die Schülerströme nach der Freigabe bei den Gymnasien entwickeln werden, dazu kann die Kreisverwaltung derzeit noch keine Prognose abgeben, heißt es in der Beschlussvorlage. Bislang gehen elf Schüler aus Nienburg auf das Gymnasium Calbe, die laut Schulentwicklungsplanung eigentlich in Bernburg beschult werden müssten. Ähnlich sieht es in Staßfurt aus. Das dortige Gymnasium nahm pro Jahr fünf Grundschüler aus Güsten und ein bis zwei Schüler der Grundschule Förderstedt auf. Der Landkreis müsse aber darauf achten, dass es besonders für den Standort Calbe eine Fördermittelbindefrist von 13 Jahren gebe, die für den Erhalt der Schule maßgeblich sei. Das gelte in ähnlicher Weise auch für das Schönebecker Gymnasium, falls hier die EU-Schulbauförderung zum Tragen komme, heißt es in der Vorlage.

Mit erheblichen Auswirkungen auf die Organisation der Schülerbeförderung wird aber grundsätzlich nicht gerechnet.