Der Um- und Ausbau der ehemaligen Poliklinik in der Pestalozzistraße in Staßfurt kommt voran. Davon konnten sich am Montagabend auch die Mitglieder des Bauausschusses der Stadt überzeugen.

Staßfurt. Sie staunten bei der Besichtigung der Baustelle nicht schlecht, was seit dem Baubeginn vor 1, 5 Jahren aus diesem denkmalgeschützten Objekt geworden ist. Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Haus stand schon vor der Wende leer und drohte zu verfallen.

Dass es nicht zum Abriss kam, ist dem Staßfurter Investor Sven Schulze zu verdanken. Er kaufte das Gebäude und verwandelte es mit großem Aufwand in zwölf moderne barrierefreie Wohneinheiten mit Flächen zwischen 45 und 80 Quadratmetern. Auch auf einen Balkon und einen Fahrstuhl brauchen die Mieter in dem dreigeschossigen Haus nicht zu verzichten.

Das Objekt wird am 1. Januar komplett seiner Bestimmung übergeben, kündigte der Investor an. Bis auf die zwei Ausbauwohnungen im Dachgeschoss, die noch geschaffen werden müssen, seien alle Wohnungen, die zu einer ortsüblichen Miete an den Mann oder die Frau gebracht werden, bereits vergeben.

Deren Zuschnitt sei von der Planung her sehr schwierig gewesen, sagte der Leiter des Fachdienstes Stadtsanierung und Bauen, Wolfgang Waschk. Er sprach von einem Vorzeigeobjekt im Sanierungsgebiet, das aufgrund der Nähe zum Benneckeschen Hof über eine Top-Innenstadtlage verfüge. Es wäre schade gewesen, wenn die Rettungsbemühungen misslungen wären.

" Das ganze Objekt ist sehr schön geworden, eine sehr attraktive Wohnanlage ", lobte Waschk den Investor, den Planer und die am Bau beteiligten Unternehmen, die hier mit etlichen Problemen, wie zum Beispiel dem Schwammbefall zu kämpfen hatten.

In diesem Zusammenhang verwies der Ressortchef auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalbehörde des Salzlandkreises.

Fertig ist auch schon die Außenfassade. Sie gibt dem gesamten Straßenzug ein ansprechendes Gepräge.

Zu den Investitionskosten, die auf ihn zukamen, wollte sich Sven Schulze nicht äußern. Davon lässt sich der Staßfurter Unternehmer nicht abschrecken. Denn er hat inzwischen von der Stadt auch noch das angrenzende, völlig heruntergekommene Gebäude erworben, in dem nur noch eine Familie wohnt.

In diesem als Mittelganghaus bezeichneten Komplex, zu dem früher auch noch Ställe gehörten, sollen weitere acht moderne Wohnungen entstehen. Aufgrund des schlechten Zustandes, in dem sich das Haus befindet, bedarf das allerdings schon einer großen Vorstellungskraft. Aber angesichts dessen, was Sven Schulze in Staßfurt geleistet hat, zweifelte keiner der Bauausschussmitglieder daran, dass er dieses wichtige Projekt nicht umgesetzen kann. Danach soll dann auch noch der Hofbereich umgestaltet werden, kündigte Waschk an.