Die Stadt Staßfurt ist mit dem zweiten Entwurf des Landesentwicklungsplanes 2010 für das Land Sachsen-Anhalt, der die Leitlinien für die Entwicklung der nächsten fünfzehn Jahre festlegt, zufrieden.

Staßfurt. " Die Festlegung als Mittelzentrum mit Vorrangstandort für landesbedeutsame Industrie- und Gewerbeflächen sichert der Stadt Staßfurt weiterhin ihre zentralörtliche Bedeutung ", so das Fazit von Oberbürgermeister René Zok ( parteilos ) in seiner Stellungnahme an das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr.

Daneben sei die weitere Sicherung der Vorranggebiete für die Rohstoffgewinnung im Sol- und Speicherfeld Staßfurt und von Kalkstein im Raum Bernburg / Nienburg / Förderstedt sowie die Beibehaltung der Einstufung der Region als Vorbehaltsgebiet für die Landwirtschaft von erheblicher Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Staßfurt.

Positiv äußerte sich der Stadtchef auch zu den Planungen sowie vorgesehenen Entwicklungen für die Verkehrsinfrastruktur, von Natur und Landschaft sowie des Hochwasserschutzes. Beispielhaft nannte Zok hier die Ortsumgehungen für Brumby und Rathmannsdorf, das ökologische Verbundsystem der Fließgewässer im nördlichen und nordöstlichen Harzvorland sowie die Einstufung der Bode als Vorranggebiet für Hochwasserschutz.

Die als Folgemaßnahme der B 6 n geplante Ortsumgehung Neundorf sei im Regionalen Entwicklungsprogramm für den Großraum Magdeburg enthalten, sagte die Fachdienstleisterin der Stadt für Planung, Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, Anke Michaelis auf Volksstimme-Nachfrage.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Sanierung, Verkehr, Umwelt und Vergaben des Stadtrates, der die Stellungnahme der Stadt einstimmig beschlossen hatte, sagte Michaelis : " Im zweiten Entwurf des Landesentwicklungsplanes ist nichts enthalten, was für Staßfurt zum Nachteil werden könnte. "

Zugleich hob sie hervor, dass die Landesregierung auf Hinweis der Stadt Staßfurt eine Konkretisierung zu den zentralen Orten vorgenommen hat. Danach ist die Ansiedlung und Entwicklung von Industrie und Gewerbe weiterhin im gesamten Hoheitsgebiet der Gemeinde möglich. Bislang habe das nur für die Kernstadt gegolten, so Michaelis. Großflächiger Einzelhandel sei hiervon in den Ortsteilen jedoch ausgenommen.

Kein großflächiger

Einzelhandel im Dorf

" In den übrigen Orten ( u. a. Ortsteile ) ist die städtebauliche Entwicklung auf die Eigenentwicklung auszurichten. Das heißt, der Bauflächenbedarf hat entsprechend der natürlichen Bevölkerungsentwicklung und der Ansprüche der örtlichen Bevölkerung zu erfolgen. Dabei sind die Versorgungseinrichtungen dieser Orte unter Beachtung der Bevölkerungsentwicklung und ihrer Lage im Raum den örtlichen Bedürfnissen anzupassen ", teilte die Stadtverwaltung mit.

" Für den gewerblichen Bereich gelten auch die Ortsteile als Mittelzentrum ", sagte Michaelis.

Angesichts dieser positiven Nachricht machte Glöthes Ex-Bürgermeister Winfried Sperling ( FDP-Fraktion ) gleich die Probe aufs Exempel. Er informierte die Ausschussmitglieder darüber, dass es Interessenten gebe, die sich in dem zur Ruine verkommenen Gewerbegebiet gegenüber den Zementwerken engagieren wollen.

" Wir sind stark daran interessiert, dass das endlich verschwindet ", sagte Sperling in Anspielung auf die dortigen Betonsegmente, die schon seit Jahren vor sich hingammeln.

Für eine Belebung des Gebietes gebe es verschiedene Fördertöpfe, sagte Michaelis und führte beispielhaft die Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der regionalen Wirtschaftsstruktur auf.

Mit diesem wichtigen Zukunftsthema müssen sich heute Abend auch die Stadträte beschäftigen.