Schönebeck. In unregelmäßiger Reihenfolge stellt die Volksstimme historische Schiffstypen vor, die auf der Elbe unterwegs waren. Heute geht es um die Anfänge der Dampfschifffahrt.

Das erste dampfbetriebene Schiff auf der Elbe war die aus Großbritannien stammende " The Lady of the Lake ". Das Schiff wurde 1814 in Schottland gebaut. Doch erst zwei Jahre später, ab dem 29. Juni 1816, fanden regelmäßige Fahrten zwischen Hamburg und Cuxhaven statt.

Nach knapp einem Jahr wurde das Unternehmen dann aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit bereits wieder eingestellt.

Am 14. September 1816 erfolgte in Pichelsdorf bei Berlin der Stapellauf der " Prinzessin Charlotte von Preußen ". John Barnett Humphrey, Sohn eines in Hamburg lebenden englischen Kaufmanns, war der Initiator der ersten deutschen Dampfschifffahrts-Gesellschaft. Die " Prinzessin Charlotte " war als Mittelradschiff konzipiert. Abweichend von den bereits im Ausland gebauten Seitenradschiffen entschied man sich für diese Konstruktion, um die Schiffsbreite gering zu halten, was beim Passieren von Schleusen und schmalen Brückendurchfahrten durchaus sinnvoll war.

Das Schiff hatte eine Länge von 41, 46 Metern, eine Breite von 5, 89 Metern und der Schiffsrumpf war 2, 34 Meter hoch. Bei einem Leertiefgang von 38 Zentimetern wurde bei einer Zuladung von 300 Personen ein Tiefgang von 61 Zentimetern erreicht.

Eine doppelarmige Seitenbalancier-Maschine aus England leistete 14 PS, womit eine Fahrtgeschwindigkeit von 7, 5 Kilometern in der Stunde erreicht wurde.

Das Schiff wurde vor dem Einsatz erprobt. Am 27. Oktober fand die erste Fahrt mit 160 Fahrgästen an Bord statt. Die Leistungsfähigkeit des Schiffes wurde am 1. November 1816 sehr eindrucksvoll unterstrichen. Der Dampfer hatte zwei Holzschuten, drei kleine Boote, einen Oderkahn und zwei kleine leere Fahrzeuge im Anhang. Dieser gesamte Zug wurde ohne Probleme von Pichelsdorf nach Spandau geschleppt.

Nach erfolgreich absolvierten Fahrten der " Prinzessin Charlotte " wurden 1817 die Seitenradschiffe " Kurier " und " Magdeburg ", 1818 die " Friedrich Wilhelm III. " und 1819 die " Fürst Blücher " gebaut und schließlich auch in Dienst gestellt.

Die Schiffe waren auf den Relationen Berlin-Magdeburg-Hamburg im Einsatz.

Nach anfänglichen Erfolgen geriet die Gesellschaft ab 1820 jedoch in finanzielle Schwierigkeiten.

In deren Folge wurden die Schiffe stillgelegt. Anschließend wurden sie abgerüstet und die Ausrüstung, die Maschinen und Schiffskörper versteigert.