Schönebeck. Konzentriert blickt Thoralf Winkler auf die Noten vor sich. Obwohl die Serenade des Komponisten Carl Reinecke als leichtes Stück gilt, das gerade für musikalische Anfänger geeignet ist, gehen die Töne dem Schönebecker nicht ganz so leicht von der Hand. Dabei lernt der Elektroingenieur bereits seit zehn Jahren an der Kreismusikschule in Schönebeck. Der 44-Jährige ist einer von 24 Schülern, die im Erwachsenenalter ein Instrument erlernen. Und das Alter soll dabei gar nicht mal eine so große Hürde sein, sagt Norbert Behrens, der in der Bildungseinrichtung derzeit 32 Kinder und drei Erwachsene unterrichtet.

" Die Älteren verstehen schneller, was ich als Lehrer verlange ", urteilt der 54-Jährige. Die jüngeren Schüler hingegen würden eine bessere Motorik und Geschicklichkeit vorweisen. " Beim Laienmusizieren ist das Alter egal ", fasst der Musiklehrer zusammen und erntet dabei ein zustimmendes Nicken von Thoralf Winkler.

Sein Problem sei momentan die fehlende Zeit zum Üben. " Zwischendurch habe ich auch schon anspruchsvollere Stücke beherrscht ", erinnert sich der 44-Jährige. Doch durch manch längere Übungspausen gehe die Fingerfertigkeit eben wieder etwas verloren. Trotzdem gibt er nicht auf, sondern nennt offen den Wunsch sich einmal an Jazzstücke zu wagen. Einziges Problem : " Sie klingen einfach, sind aber schwer zu spielen ", urteilt der Familienvater.

So wie Thoralf Winkler in Schönebeck lernen auch an den beiden Kreismusikschulstandorten in Aschersleben und Staßfurt erwachsene Menschen. In Aschersleben trotzen insgesamt 13 von 322 Musikschülern dem Alter und in Staßfurt sind es 15 von 300. Thoralf Winkler ist einer von 24 der 600 Schüler am Standort Schönebeck. Ob Saxofon, Klavier, Flöte oder Schlagzeug, die erwachsenen Musikschüler legen sich nicht auf ein bestimmtes Instrument fest.