In der Musikschule des Salzlandkreises sind Ferien. Musik wird trotzdem gemacht. Zum zweiten Mal trafen sich jetzt in Staßfurt ehemalige Akkordeonschüler und Mitglieder des Akkordeonorchesters. Ein Wiedersehen in nachweihnachtlicher Atmosphäre mit viel Musik und guten Gesprächen.

Staßfurt. Auf einer Tafel stehen weiß auf grün die Wunschhits, aufgeschrieben und zu einer kleinen Hitparade zusammengestellt von jungen Leuten, die die Stücke selbst auch spielen wollen. Die Musiker haben alle eins gemeinsam. Sie waren und sind zum Teil noch Schüler der Kreismusikschule, ihr musikalisches Herz schlägt für das Akkordeon. In einen Halbkreis haben sich die Instrumentalisten gesetzt, Musikschulleiter Dieter Giesemann hebt den Taktstock, das Orchester auf Zeit spielt und klingt, als ob es regelmäßig proben würde. Und nicht zuletzt dem Dirigenten ist die Musizierfreude anzusehen. " Ich bin überrascht, was noch an Leistung da ist ", sagt Dieter Giesemann und strahlt. Denn viele hätten fast ein Jahr lang ihr Instrument nicht in den Händen gehabt, Beruf oder Studium gehen einfach vor.

In den Reihen der Musiker sitzt Jutta Kretschmer. Die 24-Jährige kommt aus Staßfurt und besucht ihre Eltern über Weihnachten. Seit der dritten Klasse spielt sie Akkordeon und hat es sich nicht nehmen lassen, am Treffen der Ehemaligen teilzunehmen. Mit großen Erwartungen ist Jutta Kretschmer in den Nachmittag gegangen : " Ich wollte mal wieder mit allen gemeinsam spielen und auch mit den vielen, die man aus Orchester und Musikschule kennt, ins Gespräch kommen, wissen, wohin es sie verschlagen hat und was sie so machen. " Mit acht Jahren hat sie angefangen, Akkordeon zu spielen. Eine Lehrerin spielte damals im Unterricht in der ehemaligen Grundschule Am Tierpark. Für Jutta Kretschmer war sofort klar : " Ich will auch Akkordeon spielen. " Fasziniert hätten sie als junges Mädchen die vielen Tasten und Knöpfe. Gesagt – getan : Jutta bekam mit zwei weiteren Schülerinnen Unterricht bei Christine Giesemann. Ab 1993 war sie auch in der Musikschule, legte die ersten Stufenprüfungen auf ihrem Instrument ab und spielte von 1994 bis 2003 im Orchester mit. Für Ausbildung und Beruf verließ die junge Frau Staßfurt, zog nach Bonn. Und machte wie viele andere ihrer Musikerkollegen die Erfahrung, dass neben der Arbeit nur noch wenig Zeit zum Üben und Spielen bleibt. " Umso mehr habe ich mich auf das Treffen gefreut. " Über Internet und Mailverteiler organisierten Luise Wagner und Marcus Kothe, beide selbst Akkordeonisten, den Nachmittag. Noten und Leihinstrumente mussten für alle zur Verfügung stehen. Jeder brachte etwas mit, damit bei den Gesprächen und der klingenden Konzentrationsarbeit auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt. Über 30 Musiker sagten zu und kamen aus allen Himmelsrichtungen. Jutta Kretschmers Erwartungen an das Treffen haben sich erfüllt. " Es ist einfach schön, alle wieder zu sehen. " Dieter Giesemann als musikalischer Leiter kann dem nur beipflichten und freut sich über die große Resonanz, nachdem das erste Treffen dieser Art im vergangenen Jahr etwas kleiner ausfiel. " Der Tag zeigt, dass den ehemaligen Schülern die Gemeinschaft untereinander noch ein echtes Anliegen ist. "