Staßfurt. In der Sekundarschule Am Tierpark wurde am Montagmorgen kräftig auf die Pauke gehauen, getrommelt und geshaked. Schon auf der Straße waren die Schlaginstrumente zu hören. Drei Brasilianer hatten Unmengen von Surdos ( Pauken ), Snares ( Trommeln ), Shaker ( Schellen ) und Agogos ( Glocken ) mitgebracht. Jeder der 50 Schüler sollte die Möglichkeit haben, einen Afroxe, einen brasilianischen Rhythmus, von der Percussiongruppe, die in Berlin lebt, zu lernen.

Bandchef Dada hatte Schwerstarbeit zu leisten, hüpfte im Keller, der als Speisesaal dient, zwischen Trennwänden aus Beton und Versorgungsleitungen umher, um mit seiner Trillerpfeiffe jedem Mitspieler den richtigen Rhythmus zu geben. " 30 Minuten sind nicht viel Zeit ", meinte er schließlich ziemlich erschöpft, " Aber wir haben unser Ziel erreicht. Immerhin hatten die Kinder nie zuvor eine Trommel in der Hand. " Für Samba oder Lambada fehlte leider die Zeit.

In der Turnhalle ist es nicht ganz so laut. Hier lernen unterdessen ebenso viele Schüler den Capoeira kennen. " Das ist ein Tanzsport ohne Körperkontakt, den einst die Sklaven vollführten und der heute an Universitäten in Lateinamerika sehr beliebt ist ", erklärt Jeanette Schilling am Rande. " Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie " ist das Bundesprogramm überschrieben, für das die Lehrerin als Projektleiterin in der Schule verantwortlich zeichnet.

Der Rhythmus-Kurs hieß übrigens " Trommeln für den Frieden ". Furiosa, so der Bandname würde gern wiederkommen. Dann vielleicht in schönere räumliche Bedingungen – wenn der Schulbau wie geplant – gefördert wurde.