Zum stillen Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht am 9. November des Jahres 1938 versammelten sich gestern Staßfurts Oberbürgermeister René Zok, Vertreter der Stadtratsfraktionen ( linkes Bild ), der Kirchengemeinden sowie von Verbänden und Organisationen, wie zum Beispiel dem Regionalverband der Kleingärtner und der Urania, auf dem jüdischen Friedhof in der Hecklinger Straße in Staßfurt. Der Präsident des Regionalverbandes der Kleingärtner, Gerhard Kahle, rief die demokratischen Parteien, Vereine und Organisationen der Stadt auf, alles dafür zu tun, dass rechtsextremes Gedankengut in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen keinen Platz findet. Die Tatsache, dass der mongolische Maler Borchu Bawaa mit seiner Familie von Neonazis erst kürzlich aus Staßfurt vertriebenwurde, bezeichneteKahlealsein " Alarmsignal ". Der jüdischen Opfer der Nazis gedachten gestern auch die Linken des Ortsverbandes Saale-Wipper auf dem jüdischen Friedhof in Güsten. " Die nationalsozialistische Barbarei bleibt bis heute unerklärlich ", sagte Tobias Pochanke, " Gerade deshalb ist die Erinnerung bis heute nötig. Wir sollten daraus lernen, nicht wegzusehen, uns einzumischen. " Auch Familien aus Güsten und Plötzkau litten unter dem Terror der Nazis.

Fotos : René Kiel, Falk Rockmann