Der Neundorfer Ortschaftsrat Fred Hänsel ( Fraktion Die Linke ) und der Neundorfer Bürger Onri Schieke kämpfen weiter für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit in ihrem Ort. Das strebt auch die CDU-Fraktion des Ortschaftsrates Förderstedt an.

Von René Kiel

Neundorf / Förderstedt. Das wichtigste Ziel von Hänsel und Schieke ist es, dass bis zur endgültigen Fertigstellung der B 6 n in der vielbefahrenen Staßfurter Straße sowie auch in der Rathmannsdorfer Straße in Neundorf eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 erfolgt. Zudem soll die Zufahrt von der B 6 n-Abfahrt an der ehemaligen Chausseehaus- Kreuzung bis zum Ortseingang von Neundorf mit einem Tempo-70-Schild versehen werden.

Diese Tempolimits seien notwendig, um Verkehrsunfälle mit Fußgängern zu verhindern und die inzwischen an einigen Häusern entlang der Hauptstraße aufgetretenen Schäden einzudämmen, sagte Schieke.

In anderen Ländern, so stellten er und Fred Hänsel in der jüngsten Ortschaftsratssitzung am 30. Oktober fest, sei das kein Problem. In Sachsen-Anhalt aber schon.

Denn ausschlaggebend für einen solchen Eingriff ist die Verkehrsbelastung. Und da gibt es unterschiedliche Angaben. Das Landesverwaltungsamt gehe bisher von 4300 Fahrzeugen aus, die täglich über die Neundorfer Hauptverkehrsader rollen, sagte Schieke. Diese Zahl sei von 2005, also vor vier Jahren ermittelt worden.

" Ich habe den Anschein wir haben hier ein Leck. Ich bekomme von jeder Stelle eine andere Antwort ", so Schieke.

Inzwischen hatte es im Sommer

dieses Jahres eine erneute Messung gegeben, die vom Landkreis in Auftrag gegeben wurde. Dabei wurden insgesamt 7200 Fahrzeuge gezählt. " Diese Berechnungen mit den aktuellen Zahlen vom Mai und Juni dieses Jahres hat das Landesverwaltungsamt von mir bekommen ", sagte Neundorfs Ortsbürgermeister Burkhard Hennicke ( CDU ).

Alle Behörden und Ämter seien inzwischen von der Notwendigkeit einer Geschwindigkeitsreduzierung auf der Ortsdurchfahrt überzeugt, " nur das Straßenverkehrsamt des Salzlandkreises legt sich quer ", monierte Schieke.

Diese Einschätzung wies dessen Leiterin Beate Gutenmorgen gestern Nachmittag im Volksstimme-Gespräch zurück. " Unser Amt stellt sich nicht quer, sondern es müssen die Voraussetzungen erfüllt sein. Das ist in Neundorf nicht der Fall ", sagte die Ressortchefin.

In diesem Zusammenhang verwies sie auf eine Aussage des zuständigen Baulastträgers für die durch Neundorf verlaufende Landesstraße 72, den Landesbetrieb Bau. Die dortigen Experten seien der Ansicht, dass die Straße eine Befahrung mit 50 km / h hergebe.

" Wir alle merken den Unterschied zwischen Nichtwollen und Nichtkönnen ", sagte Fred Hänsel.

Deshalb regte Niko Zenker ( SPD ) an, die Stadtverwaltung in dieser Angelegenheit um eine Prüfung zu bitten.

" Eine Ortsumgehung für Neundorf wird weiterhin Bestandteil des Landesverkehrswegeplans sein.

Mit einer Entlastung der sehr engen Ortsdurchfahrt durch die geplante Ortsumgehung Neundorf im Zuge der B 6 n ist so schnell noch nicht zu rechnen. Dieses Vorhaben sei im Landesverkehrswegeplan mit einer Länge von insgesamt 3, 3 Kilometern und Gesamtkosten von 3, 4 Millionen Euro in der Dringlichkeitskategorie I eingeordnet, sagte der Pressereferent des Magdeburger Verkehrsministeriums, Peter Mennicke.

" Im Hinblick auf die Abarbeitung der Maßnahmen des vordringlichen indisponiblen Bedarfs konnte die Planung der Ortsumfahrung Neundorf im Zuge der L 72 aber bisher nicht aufgenommen werden ", fügte er hinzu.

Der die Straßen in Sachsen-Anhalt betreffende Teil des Landesverkehrswegeplans

werde derzeit fortgeschrieben mit dem Ziel, das Ganze im Jahr 2010 abzuschließen.

Mennicke : " Eine Ortsumgehung Neundorf wird weiterhin Bestandteil dieses Planes sein. Die Prüfung einer möglichen Planungsaufnahme kann jedoch erst nach Abschluss der Fortschreibung erfolgen. "

Bestrebungen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr gibt es auch in Förderstedt. Die CDU-Fraktion des dortigen Ortschaftsrates will, dass vor der Grundschule in der Üllnitzer Straße ein Fußgängerüberweg in beiden Richtungen geschaffen wird. Einen entsprechenden Antrag stellte Fraktionschef Hans-Jürgen in der jüngsten Ortschaftsratssitzung und bat damit zugleich die Stadtverwaltung, eine Prüfung einzuleiten, ob man dort einen Zebrastreifen oder eine Ampelanlage einrichten könne. Lärz begründete den Vorstoß der Christdemokraten damit, dass die auch als Autobahnzubringer dienende Straße in Richtung Üllnitz / Brumby / Calbe stark befahren sei. Deshalb sei es für die Kinder ein Problem die Straße gefahrlos zu überqueren. " Das ist da ein Brennpunkt ", betonte Lärz.

" Fußgängerüberwege sollten in der Regel nur angelegt werden, wenn es erforderlich ist, dem Fußgänger Vorrang zu geben, weil er sonst nicht sicher über die Straße kommt. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn es die Fahrzeugstärke zulässt und es das Fußgängeraufkommen nötig macht ", sagte Mennicke.