Gatersleben ( ky ). Kann Müll Kunst sein ? Der Bonner Fotograf Peter Kern glaubt schon. Noch bis zum 30. November zeigt er rund 50 seiner Aufnahmen im Kommunikationsgebäude des Leibniz-Instituts für Planzengenetik und Kulturpflanzenforschung ( IPK ) in Gatersleben. Die Ausstellung ist montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr geöffnet.

Ein Haufen hingeworfener Altreifen, Elektronikschrott oder Altpapier : Oft sind es ganz alltägliche und unauffällige Dinge, die Kern fotografiert hat. Der 71-Jährige arbeitet mit Digitalkameras – dabei schneidet er oft einen Ausschnitt aus einem Foto heraus und vergrößert ihn stark. " Das Motiv wird abstrakter und scheint damit zunächst harmloser. Erst ein zweiter Blick offenbart, dass es sich eigentlich um kein schönes Motiv handelt. "

Beim Betrachter löse das einen verunsichernden Effekt aus, was er durchaus auch bezwecke. " Nur weil Müll entsorgt wurde – in einer Abfalltonne oder auf einer Deponie – ist er längst nicht aus der Welt ", erläutert Kern. " Müll ist hartnäckig, Müll verfolgt uns. Er hängt uns nach. " Seine Bilder sollten auch eine ökologische Botschaft senden und für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen werben.

Deshalb sei seine Ausstellung im IPK besonders gut aufgehoben, erläutert Kern. Roland Schnee, der am Institut unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, betont : Seit seiner Gründung fördere das IPK Kunst am Standort Gatersleben.

Die Ausstellung richtet sich nicht nur an die rund 500 Mitarbeiter des Instituts, sondern auch an die breite Öffentlichkeit.