Staßfurt ( jsg ). Die kubanische Konsulin in Deutschland, Sailin Sanchez, zuständig unter anderem für die Belange ihrer in Mitteldeutschland lebenden Landsleute, setzte die Tradition ihres Vorgängers fort und besuchte am Sonnabend in der Staßfurter Urania die hier lebenden Bürger der karibischen Zuckerrohrinsel.

Schon seit langem bestehen gute Kontakte zwischen der Botschaft und dem von der Staßfurter Urania betreuten Projekt " Stern 2000 ", welches sich engagiert für die Integration von Migranten und ausländischen Bürgern einsetzt.

Neben der Konsulin und weiteren Botschaftsmitarbeiter konnte Projektleiter Karl-Heinz Klix insgesamt zwölf in Staßfurt und Umgebung lebende Kubaner, Männer, Frauen und Kinder, Mitglieder des Urania-Vorstandes und Mitwirkende des internationalen Arbeitskreises " Stern 2000 " und einige Staßfurter Bürger begrüßen. Einleitend verlas er eine Grußbotschaft des aus terminlichen Gründen verhinderten Oberbürgermeisters René Zok an die Teilnehmer der Veranstaltung. Dann ergriff die Konsulin das Wort.

Sie begrüßte mit herzlichen Worten ihre Landsleute und alle anderen Gäste. " Ich möchte mich im Namen der Botschaft beim ‚ Projekt Stern 2000 ’ und der Urania für die langjährige sehr gute Zusammenarbeit und hervorragende Unterstützung der hier lebenden Kubaner recht herzlich bedanken ", so Sanchez.

In den folgenden zwanglosen Gesprächen erläuterte sie über die aktuelle Lage in Kuba. " Raoul Castro setzt seine Strategie eines Sozialismus unter demokratischen Aspekten fort ", schätzte sie ein. Sein Bruder sei nach seiner Amtsübergabe einer der großen Denker in der Partei geblieben. Einen Wandel in der US-Blockade-Politik gegenüber ihrem Land könne man beim amerikanischen Präsidenten Barrack Obama noch nicht erkennen, fuhr sie fort. Ebenso werden Kubaner, die sich im Kampf gegen den Terrorismus gegen Kuba einsetzen, seit vielen Jahren in amerikanischen Gefängnissen festgehalten, so zum Beispiel fünf Personen in Miami. Dagegen gründeten die anwesenden Kubaner spontan eine Protestgruppe. In ganz Deutschland und in Europa existieren bereits über 350 solcher Gruppen, die sich mit Unterschriftensammlungen und anderen Protestaktionen für die Freiheit ihrer Landsleute einsetzen.

Da noch weiterhin viel Gesprächbedarf zum Gedankenaustausch bestand, wurde es ein langer Abend. Die Konsulin versprach, im nächsten Jahr wiederzukommen und nannte dafür schon einen konkreten Termin.