Der 11. Onko-Tag, der heute in der Rehaklinik Bad Salzelmen stattfindet, soll neue Fortschritte in der Krebstherapie vorstellen. Die Organisatoren rechnen wieder mit rund 200 Gästen aus ganz Sachsen-Anhalt.

Schönebeck-Bad Salzelmen.

Einen spannenden Tag erwartet heute Bernd Anger, Chefarzt in der Rehabilitationsklinik Bad Salzelmen. Zum elften Mal findet hier der Onko-Tag statt, ein Tag, an dem die Krebskrankheiten im Fokus stehen.

" Krebserkrankungen in der Brust, an der Prostata, im Darm und in der Lunge machen 80 Prozent aller Krebsarten aus ", informiert Bernd Anger, der die Abteilung Onkologie und Pneumologie leitet. Seit sechs Jahren ist er hauptverantwortlich für die Organisation des Onko-Tages, der sich an interessierte und betroffene Bürger, Selbsthilfegruppen, Mediziner und Apotheker richtet. Unter dem Motto " Besser, zufriedener und länger leben mit Krebs – Fortschritte der onkologischen Therapie 2009 " werden von 9 bis 13 Uhr sechs Ärzte in ihren je 30 minütigen Vorträgen über den neuesten Stand der Tumorforschung informieren. So wird Michael Löttge von der Klinik für Frauenheilkunde des Klinikums Magdeburg über moderne Verfahren der Rekonstruktion nach einer Brustoperation sprechen. Frank Reiher von der Urologischen Klinik in Haldensleben wird von Erfahrungen in der Behandlung mit drei Medikamenten berichten, die erst seit zwei Jahren verwendet werden.

Nach jedem Vortrag, der, wie Anger verspricht, nicht in der medizinischen Fachsprache, sondern für den Laien verständlich gehalten wird, können die Zuhörer Fragen stellen. " Die Diskussionsrunden sind wichtig ", weiß der Chefarzt aus Erfahrung. Deshalb werde auch an diesem 11. Onko-Tag die Mittagspause wieder etwas länger ausfallen. " Denn die Referenten mischen sich unter die Gäste am Buffet und dann können diese Fragen stellen, die sie sich vor dem großen Publikum nicht getraut haben ", verrät Anger, der heute mit circa 200 Gästen rechnet, die aus ganz Sachsen-Anhalt nach Schönebeck kommen.

Doch nicht nur mit den Fachmännern und -frauen sollen die Betroffenen und ehemaligen Patienten ins Gespräch kommen. " Uns ist ebenso die Netzwerkbildung wichtig ", betont Bernd Anger. Denn der Onko-Tag biete die Möglichkeit, ohne Hemmungen miteinander zu sprechen und Erfahrungen auszutauschen.

Das dritte Ziel, das Bernd Anger mit dem heutigen Onko-Tag verfolgt, besteht darin, Mediziner, die neu in eine leitende Position gekommen sind, dem Publikum vorzustellen. " Es ist angenehm für die Patienten, wenn sie einen Arzt, zu dem sie vielleicht einmal verwiesen werden, schonmal gesehen haben und einschätzen können ", sagt Anger weiter. Er weiß, dass sowohl bei den Medizinern als auch den Betroffenen die weichen Faktoren, also Sympathiewerte, ebenfalls eine Rolle spielen. Heute werden sich der ärztliche Direktor Thomas Fischer ( Hämatologie / Onkologie ) sowie die Chefärzte Frank Reiner ( Urologie ) und Thomas Gottstein ( Gastroenterologie ) durch ihre Vorträge vorstellen.