Mit einer Festveranstaltung feierten die Unseburger Landfrauen am Wochenende das zehnjährige Bestehen ihres Vereins. Alle Vereine im Ort gratulierten den Frauen zum Jubiläum.

Unseburg. In der Westernscheune ist Feststimmung, als Regina Dörre an das Mikrofon tritt. Sie ist die Vorsitzende der Landfrauen Bördeaue in Unseburg. 20 Frauen im reifen Alter zählen zu der Gruppe. Die Landfrauen fallen vor allem durch ihre Tracht auf. In liebevoller Handarbeit fertigen sie selbst ihre Trachten an und vermitteln bei all ihren Auftritten dadurch bereits ein Stück Heimatgefühl.

Regina Dörre, seit zwei Jahren Vorsitzende der Unseburger Landfrauen, blickte auf die Gründungstage in ihrer Rede zurück. Einem Zufall ist es zu verdanken, dass es die Landfrauen in der Gemeinde heute gibt, erinnerte sie. Eine Bekannte aus Schneidlingen, beim Einkaufen getroffen, warb für die Landfrauen und lud die Unseburger ein. Das Interesse war schnell geweckt und auch die Zahl der Frauen, die sich mit dem Thema beschäftigten wuchs beständig. Am 8. November 1999 gründeten die Landfrauen in Unseburg ihren eigenen Verein. Schnell wuchs der Verein weiter. Heute gehören 20 Einwohnerinnen dem Verein an. Sie haben ihre Freizeit vor allem der Bereicherung des kulturellen Lebens in ihrem Ort gewidmet.

So fertigen die Landfrauen jedes Jahr die Erntekrone im Dorf. Das imponierte auch Bürgermeisterin Gertraud Bunke. Die Pflege des Brauchtums sei unzertrennlich mit den Landfrauen verbunden. In keinem anderen Verein zeichnen sich außerdem die Mitglieder durch eine einheitliche Tracht aus, sagte sie voller Bewunderung.

Zu DDR-Zeiten war das Flechten der Erntekronen vergessen. Mit der Gründung der Landfrauen kam das alte Wissen wieder an das Tageslicht, freute sie sich. Heute seien die Erntekronen eine Zierde für den Ort. Gern werden die Kunstwerke der Frauen in der Heimatstube in Unseburg gezeigt, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Nicht nur zum Erntedankfest sind die Landfrauen in ihren Trachten gern gesehen. Auch der Kindergarten profitiert davon. Die Kindereinrichtung bedankte sich herzlich bei den Frauen für ihr Engagement und für die Teilnahme an den verschiedenen Veranstaltungen in der Kindereinrichtung.

Ebenso dankten auch die anderen Vereinsvorsitzenden der Gemeinde den Frauen für ihre Arbeit.

Allerdings beschränkt sich das Engagement nicht nur darin, die Veranstaltungen im Ort zu bereichern. Die Gruppe unternimmt auch regelmäßig Ausflüge durch die Bundesrepublik. Davon zeugte auch eine große Wandzeitung, auf der die verschiedenen Exkursionen dargestellt waren.

So sahen sich die Landfrauen in den vergangenen Jahren auch immer wieder landwirtschaftliche Betriebe in der Region an. Dort hat sich in den vergangenen 20 Jahren viel verändert. Während viele der Landfrauen die Landwirtschaft noch als körperlich schwere Arbeit kennen, zählt heute vor allem der maschinelle Einsatz. Mit immer weniger Mitarbeitern kommen die Betriebe aus.

Dennoch wollen die Landfrauen das alte Wissen nicht sterben lassen. Sie geben ihr Wissen bei den Landfrauen an die nächsten Generationen weiter. Dazu halten sie Kontakt mit allen Einrichtungen im Dorf.

In geselliger Runde feierten die Frauen ihren runden Vereinsgeburtstag. Sichtlich genossen sie die Anerkennung aus der Bevölkerung für ihre ehrenamtliche Arbeit. Dass sie auch in Zukunft alle Veranstaltungen im Dorf begleiten werden, daran ließen sie keinen Zweifel.