Bernburg. Der Kultur- und Sozialausschuss des Kreistages unterstützt die Bemühungen, die es in der Egelner Mulde gibt, um dem Egelner Gymnasium mit Hilfe eines freien Trägers, der Johannes-Schulstiftung der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, das Überleben zu sichern. Dafür sprachen sich acht Mitglieder aus, einer enthielt sich der Stimme.

Der Antrag der stellvertretenden Ausschusschefin Dorothee Müksch ( CDU ), diesen Punkt bis zum November von der Tagesordnung abzusetzen, bis ein tragfähiges Konzept der Stiftung vorliegt, fand keine Mehrheit.

Die Landkreisverwaltung hatte sieben Varianten unter die Lupe genommen, mit denen der Bestand des Gymnasiums gerettet werden könnte. Derzeit wäre das auch unter Einbeziehung der Schüler aus Kroppenstedt nicht möglich, weil die vorgeschriebenen Mindestschülerzahlen von 50 in den Eingangsklassen als auch die vom Kultusministerium verlangte Gesamtschülerzahl von 400 nicht erreicht wird. Die vom Kreistag beschlossene Erweiterung des Einzugsbereiches um die Grundschule Hecklingen ist vom Landesverwaltungsamt mit der Begründung abgelehnt worden, dass der Schulweg unzumutbar sei. Auch eine mögliche Beschulung von Gymnasiasten aus Atzendorf und Förderstedt in Egeln würde den Berechnungen der Verwaltung zufolge nicht zum gewünschten Erfolg führen. Das gleiche trifft auf die Bildung einer kooperativen Gesamtschule zu.

" Lediglich die Fortführung als Außenstelle des Gymnasiums Staßfurt oder seine Weiterführung in freier Trägerschaft bieten die Chance zur Sicherung des Schulstandortes im Raum Egeln ", lautete das Fazit von Landkreis-Dezernentin Petra Czuratis.

Jürgen Weigelt ( CDU ) unterstützte die Variante " freie Trägerschaft ". Zugleich sprach er sich dafür aus, die Schuleinzugsgebiete zu öffnen. Für diesen Vorschlag signalisierte Klaus Winter ( Fraktion FDP / Wählergemeinschaft ) Zustimmung. " Der Landkreis Harz praktiziert das seit Jahren. Das führte dort zu einer Belebung. " Ohne diese Maßnahme würden die freien Schulträger, für die es keine festen Schuleinzugsgebiete gebe, bevorteilt. Dann sei es zwar schlechter möglich zu planen, aber für den Wettbewerb, den es schon bei der Wahl des Kindergartenplatzes gebe, sei diese Variante besser, sagte Ausschusschef Andreas Michelmann ( FDP / Wählergemeinschaft ). Es sei allemal besser den Eltern die Wahl zu überlassen als die Schuleinzugsbereiche ständig zu erweitern wie im Fall Hecklingen, wo es die Eltern nicht wollten.

" Das würde zu längeren Fahrzeiten und höheren Kosten führen. "

Der stellvertretende Kreistagsvorsitzende Eberhard Müller ( SPD ) allerdings hält eine Freigabe derzeit nicht für gerechtfertigt und nicht machbar. " Das würde zu längeren Fahrzeiten und höheren Kosten führen ", meinte auch Amesdorfs Ex- Bürgermeister Ernst-Hermann Brink ( Die Linke ). Auf die Bremse trat auch Petra Czuratis. Bei einer Freigabe der Schuleinzugsgebiete müsste man sich die gesamte Schulentwicklungsplanung noch einmal ansehen, denn dann könnte es an einigen Standorten, wie zum Beispiel dem Gymnasium Calbe, Probleme geben die mit der Fördermittelvergabe vorgeschriebene mindestens fünfzehnjährige Bestandssicherheit zu gewährleisten.

Bei der Abstimmung stieß Weigelts Vorschlag auf Ablehnung. Dafür votierten vier Abgeordnete, dagegen fünf.