Der Salzlandkreis hat sich zum Kreismuseum am Standort Schönebeck-Bad Salzelmen bekannt – zuletzt indem der Kreistag ein Erneuerungskonzept beschlossen hat. 700 000 Euro sollen insgesamt in den Ausbau des Museums, das die Form eines Schiffes bekommen soll, fließen. Am Montag sollte – vor den Haushaltsberatungen im Landtag – in Gestalt von Kulturstaatssekretär Dr. Valentin Gramlich das Land Sachsen-Anhalt mit ins Boot geholt werden. Dieser betonte, wie wichtig der Status als Einrichtung des Kreises sei.

Schönebeck. " Hier soll auch außen die Schiffsform sichtbar werden ", sagen Rüdiger Radicke, Leiter des Kreismuseums, und Ulf Freund vom Kulturamt des Salzlandkreises. Freund hat die Neukonzeption für die Kreiseinrichtung mit dem Museum gemeinsam entwickelt.

Denn das Kreismuseum im Schönebecker Stadtbezirk Bad Salzelmen sitzt zwar in einem historisch reizvollen Ambiente, im alten Rathaus von Groß Salze, und kann auf eine Reihe von wertvollen Fundstücken verweisen. Doch bereits die Fenster lassen zu wünschen übrig und die Präsentation selbst müsste, so die Auffassung des Landkreises, dringend an die Erfordernisse angepasst werden. " Wir wollen ein unverwechselbares Profil entwickeln, das gründet sich unserer Auffassung nach auf das Thema Wasser, Wasseradern, Sitz an Elbe und Saale ", so Freund weiter.

Umbau zum Lernort

kostet 700 000 Euro

700 000 Euro würde es nach den Berechnungen des Kreises kosten, das Museum pädagogisch zum " Lernort ", so Kulturdezernentin Petra Czuratis, zu entwickeln und optisch auf Vordermann zu bringen. Ende August hat der Kreistag seine Bereitschaft, sich 2010 und 2011 finanziell zu engagieren, in Form eines Beschlusses zum Ausdruck gebracht. 86 000 und 60 000 Euro will man dafür einstellen. Sponsoren gebe es ebenfalls, die insgesamt um die 70 000 Euro zugesagt hätten, bekräftigt Ulf Freund.

Was es unbedingt braucht, um mit den Ideen, die bislang nur auf dem Papier stehen, ernst zu machen : Fördermittel des Landes. Über das Konjunkturpaket II habe dies leider nicht geklappt, sagt Olaf Busch, stellvertrender Vorsitzende des Museumfördervereins. Die Mittel waren bereits ausgeschöpft.

Deshalb will man jetzt den Weg über den regulären Landeshaushalt gehen. Dabei handelt es sich um eine Menge Geld : 280 000 Euro 2010 und 210 000 Euro im Jahr 2011. Um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen, stattete Kulturstaatssekretär Dr. Valentin Gramlich der Einrichtung in Bad Salzelmen einen Besuch ab. Eingeladen hatte ihn Dr. Gunnar Schellenberger, Kreis-CDU-Chef und Vorsitzender des Kulturausschusses im Landtag. Er habe den Besuch extra vor den Beratungen für den Landeshaushalt angesetzt, so Schellenberger. Und natürlich sei man auch bereit, das Konzept an der ein oder anderen Stelle abzuspecken.

Nichts versprechen in

Zeiten knapper Kassen

Er könne in Zeiten knapper Haushaltsmittel nichts versprechen, erklärte Gramlich bereits vorab. Nach der Vorstellung der Neukonzeption überzeugte er sich bei einem kurzen Rundgang von den Gegebenheiten vor Ort. Seine Nachfragen bezogen sich vor allem auf den Status als Einrichtung des Kreises. Petra Czuratis erläuterte im Innenhof noch einmal die Entscheidungen von Politik und Verwaltung des Salzlandkreises.

Für das Kultusministerium falle ins Gewicht, dass sich der Landkreis hier selbst engagiere, erklärte Gramlich nach dem Besuch auf Nachfrage der Volksstimme. Die neue Konzeption sieht vor, das Museum in Form eines Schiffes auszubauen. Das soll bereits äußerlich an der Fassade sichtbar werden und sich im Inneren fortsetzen. " Der Eindruck als bewege man sich auf Planken soll entstehen ", erklärte Ulf Freund.

Wert gelegt wird außerdem auf ein pädagogisch orientiertes Museumskonzept. Vorbild ist das Schubladensystem des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Halle. " Es soll die Besucher dazu anregen, mehrmals ins Museum zu kommen ", meinte dazu Landtagsmitglied Gunnar Schellenberger.