Plötzkau ( mz ). Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt investiert rund 250 000 Euro in das Plötzkauer Schloss. Vor allem die Arbeiten im Bereich des Schlosshanges sind gravierend. Der Schlossverein sieht gute Perspektiven.

Der einstige Sitz der Grafen von Plötzkau hat sich schon verändert. So wurde die große Mauer am Parkplatz abgetragen, damit dahinter der alte Burggraben als ein Teil der mittelalterlichen Befestigung wieder sichtbar ist. Die meisten Arbeiten laufen aber am saaleseitigen Schlosshang. " Dort wird ein Rundweg angelegt, der an den Radwanderweg angebunden ist ", sagt Ralf Lindemann von der Landesstiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt.

Die Arbeiten gehören zu einem Projekt zur Verbesserung der touristischen Nutzbarkeit des Schlosses, sagt Lindemann, der bei der Stiftung die Baumaßnahmen leitet. Rund 250 000 Euro haben die Leitzkauer " Schlossherren " dafür bereitgestellt. Aber nicht nur für die Arbeiten im Außenbereich, die bis zum Jahresende abgeschlossen sein sollen, wird das Geld verwendet. So sollen auch der Rittersaal und die schwarze Küche hergerichtet werden. " Der Pächter des Schlossrestaurants soll diese Räume nutzen können ", erklärt Lindemann das Ziel der Aktivitäten.

Treppen, Turm und

Schlossgarten freigelegt

Und die sind im Außenbereich recht unterschiedlich. So wurde der Schlosshang in weiten Teilen von seinem Bewuchs befreit.

Was da zum Vorschein kam, hat die Leitzkauer schon überrascht. Da wurden alte Mauern und Treppen entdeckt, die mit den Bruchsteinen von der Mauer am Parkplatz befestigt und saniert werden konnten.

Auch der alte Schlossgarten wurde freigelegt und soll wieder gepflegt werden und zugänglich sein. Eine Terrasse wurde saniert und selbst der Rest eines alten Wehrturms wurde freigelegt und saniert. Von dem haben Besucher künftig einen schönen Blick über das Saaletal.

Viel wichtiger ist jedoch für Lindemann die Anbindung des neuen Kieswegs um den Schlossberg zum Saaleradweg. Touristen sollen so auf das Schloss als touristisches Kleinod, in dem es einiges zu entdecken gibt, aufmerksam gemacht werden.

Als Initiator der Arbeiten sieht man sich beim Plötzkauer Schlossverein. Durch die Aktivitäten des Vereins, der ein Museum betreibt, und des Wirtes der " Sassenbloume " habe man mehr Menschen auf das Schloss gelockt, was Anlass für die Stiftung war, zu investieren, ist Martina Weimann überzeugt.

Schlossvereins-Chefin

ist richtig glücklich

" Wir sind hier richtig glücklich über die Investition, und es sieht toll aus ", sagt die Vorsitzende des Plötzkauer Schlossvereins und hofft, dass künftig noch mehr Radtouristen zum Schloss hinauf kommen.

Die direkte Anbindung des Weges über den Schlosshang zum Saaleradweg ist aus ihrer Sicht eine große Chance. Aber auch die Ausflügler aus der Region will sie erreichen. " Es wäre schön, wenn sich noch mehr Menschen für die Geschichte und Kultur ihrer Heimat interessieren ", sagt sie.

Deshalb will ihr Verein in den nächsten Wochen auch die Ausstellung in dem kleinen Museum des Schlosses erweitern. Neben der Schau zur Geschichte der Kreuzritter soll die Ausstellung zur Landwirtschaftsgeschichte erweitert werden. Zudem soll es künftig mehr Rubrizierungen in den Schauen geben, um die unterschiedlichen Epochen deutlich zu machen.

Aber Martina Weimann wünscht sich auch, dass die Leitzkauer Landesstiftung künftig noch mehr in den Innenbereich des Schlosses investiert.

Vor allem die Schwarze Küche sollte saniert werden, um sie für Veranstaltungen nutzbar zu machen. Immerhin biete sich das gesamte Areal des Schlosses mit dem kleinen Schlosshof geradezu für themengebundene Veranstaltungen an.