Die Menschen im Salzlandkreis zusammenbringen – dabei soll ein neuer Radwanderweg mithelfen. Gestern wurde in Warmsdorf, auf halbem Weg zwischen Bernburg und Aschersleben, der Wipperradweg eingeweiht.

Warmsdorf. Die Wipper wird in Chroniken vielfach als " launisches Flüsschen " beschrieben. Begründet durch Hochwasser, die verheerend auf Hab und Gut der Anrainer wirkten. Das ist durch zahlreiche millionenschwere Hochwasserschutzmaßnahmen, die in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden, nun hoffentlich Geschichte. Verheißungsvolle Schlagzeilen macht die Wipper seit gestern mit einem Radweg, der die Kreisstadt Bernburg mit Aschersleben verbindet. 22 Kilometer lang ist die Strecke, die durch eine idyllische, fast unberührte Auenlandschaft führt.

" Radtourismus hat

sich enorm entwickelt "

Nicht zuletzt sieht Landrat Ulrich Gerstner ( SPD ) mit dem neuen Radweg ein kleines Zeichen für das Zusammenwachsen des Salzlandkreises, wie er gestern sagte. " Der Radtourismus hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt und hat sicherlich auch eine gute Zukunft. "

Gerstner sieht mit dem Weg auch ein Signal in Richtung Aschersleben. " Die Landesgartenschau 2010 dort findet hoffentlich nicht nur überregional großes Interesse, sondern auch in der unmittelbaren Nachbarschaft. Zumal man den Weg dorthin entlang des Wipperradweges auch mit der Bahn kombinieren kann. "

Der Amesdorfer Bürgermeister Wolf Beinroth ( parteilos ) hob die schöne Landschaft entlang des neuen LAGA-Zubringers hervor : " Fürst Georg III. hat sich nicht umsonst in Warmsdorf niedergelassen. " Der Weggefährte Martin Luthers residierte und studierte dereinst hier. Heute noch zeugen die Georgskapelle und die Ruinen des Warmsdorfer Schlosses im gepflegten Park von der einstigen Bedeutung der Grafschaft im Wippertal. Der Förderverein Fürst Georg III. arbeitet nach wie vor daran, diese Bedeutung wieder ins Bewusstsein zu rücken. Gerade in der bis 2017 laufenden Lutherdekade.

Natürlich warten noch weitere Sehenswürdigkeiten entlang des Flüsschens darauf, entdeckt zu werden. Da gibt es beispielsweise die romanische Burganlage Freckleben, die der dortige Heimatverein mühevoll erhält und saniert. Im Ilberstedter Ortsteil Cölbigk gibt es ein ehemaliges Kloster. In Aschersleben die Villa Westerberge, wo man übrigens noch zwei Kilometer dann bis zur LAGA entlang der Eine fahren kann. Nicht zu vergessen natürlich die Stadt Bernburg. Dort verläuft der Wipperradweg einige Hundert Meter parallel zum Saaleradwanderweg.

Weg bis zum Jahr 2012 weiter ausbauen

Abstecher von der Wipperstrecke sind auch geplant nach Güsten. " Wir haben vor, mit den Kommunen, den Radweg insgesamt bis 2011 / 2012 Stück für Stück auszubauen ", erklärt Tilo Wechselberger, Leiter des Amtes für Regionalplanung und Wirtschaftsförderung des Landkreises. Als Beispiel nennt er eine Strecke in der Giersleben-Warmsdorfer Schweiz, wo es teilweise noch recht ausgefahren ist bei feuchtem Wetter.

Insgesamt sollen 300 000 Euro investiert werden, bis der Weg komplett ist. Er führt übrigens im Moment weiter von Aschersleben bis Sandersleben. Der Weg ist in den letzten Tagen von Mitarbeitern der Ökologischen Entwicklungsund Sanierungsgesellschaft Wilsleben und der Bernburger Bildungs- und Strukturfördergesellschaft mit Schildern versehen worden.

Sechs weitere Projekte im Salzlandkreis

Und auch die jüngsten Warmsdorfer hatten die Einweihung intensiv vorbereitet. So dichteten die " Parkmäuse " von der Einrichtung der Volkssolidarität ein Wanderlied für Radfahrer um und ließen Luftballons mit persönlichen Wünschen versehen gen Himmel. Franz wünschte sich : " Es sollen kleine Glasscherben auf dem Radweg liegen. " Und Melissa : " Der Radweg soll immer sauber bleiben. " Pia möchte unterdessen noch viel auf dem Radweg entdecken.

In den nächsten vier Jahren sollen 70 Einzelprojekte in Sachsen-Anhalt das Radwegenetz verbessern, sechs davon im Salzlandkreis. So ist im Verlauf des Europaradweges R 1 bei Gaensefurth eine Brücke geplant für 273 000 Euro, für den Bode-Radweg zwischen Staßfurt und Unseburg 153 000 Euro. Ein Radweg soll kommen zwischen Busbahnhof Egeln in Richtung Westeregeln 78 000 Euro, ein Radweg zwischen Biere und Eickendorf entlang der Kreisstraße 1293 für 262 000 Euro.